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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 542 -
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542 zugehörig vorkommen, waren früher lauter schöne Gemeinden. Noch heute sieht man die Trümmer ihrer Häuser und Kirchen und kann aus diesen einen Schluß auf ihren hohen Entwicklungsgrad ziehen; der lange Zeitraum voll Kampf und Leiden zerstörte ihre Häuser und Kirchen, ja er hob ihre Religionsverbände auf, so daß auf dem ganzen Comitatsgebiete nur drei katholische Pfarren bestehen blieben; für viele Gemeinden des so gründlich verheerten Comitats gab es überhaupt keine Auferstehung mehr. Das Comitat selbst wurde zu Ende des XVlI. Jahrhunderts neu errichtet, doch hielt es seine Versammlungen nicht auf dem eigenen Gebiete, sondern in Raab ab, und bei der ersten neueren Session, die auf dem Comitatsgebiete selbst, und zwar in Stuhl- weißenburg im Jahre 1692, stattfand, waren blos 52 stimmfähige Edelleute anwesend. Auf den so arg verwüsteten Trümmern der alten Herrlichkeit reorganisirte sich das Comitat, stellten sich seine Dörfer und Städte wieder her. Nur daß die Erneuerung in dieser neueren Epoche mit weit größeren Schwierigkeiten verknüpft war als in jenen großen alten Zeiten, wo Glanz und Macht des Reiches sich hier als im Mittelpunkte des Ganzen vereinten. Das Comitat wurde mit fremden Elementen besiedelt und diese Bevölkerung führte das große Werk der Nenschöpsnng aus eigener Kraft und mit eigenem Fleiße durch, bis die hohe Stufe erreicht war, auf der sich Wohlstand und Cultur heutigen Tages befinden. Bei der Wiederherstellung wurde das Comitat seiner ganzen Länge nach in der Richtung von Norden nach Süden in drei Bezirke eingetheilt und diese Gliederung blieb bis in die neueste Zeit aufrecht. Gegenwärtig ist es in fünf Verwaltungsbezirke und hinsichtlich der Rechtspflege in fünf bezirksgerichtliche Districte getheilt, die dem Stuhl- weißenbnrger Gerichtshofe zugehöreu. In kirchlicher Hinsicht gehören seine 62 katholischen Pfarren zu dem durch Maria Theresia gestifteten Bisthnm Stuhlweißenburg, dessen Jurisdiktion sich auch auf die meisten Gemeinden der jenseits der Donau gelegenen Theile des Comitats Pest-Pilis- Solt-Kis-Kuu erstreckt. Auch das reich dotirte Domkapitel zu Stuhlweißenburg wurde durch die Königin Maria Theresia wieder errichtet. Die evangelischen Gemeinden A. C. gehören zu dem Kirchendistricte jenseits der Donau, von den evangelisch resormirten etwa die Hälfte zum Kirchendistricte jenseits der Donau, die andere Hälfte zum Douaudistriete, die griechisch-nichtuuirteu Gemeinden aber zum Ofner Bisthnm. Außerdem sind eine unitarische Kirche und 11 jüdische Religionsgemeinden vorhanden. Und fast alle diese Kirchen erhalten auch Elementarschulen, so daß das Weißenburger Comitat hinsichtlich des Volksnnterrichtes zu den fortgeschritteneren Comitaten gehört; die Zahl der confessionellen, commuualen und staatlichen Volksschulen beträgt 250, die ihrer Lehrer etwa 400. Die Amtssprache des Staates ist auch uuter der Bevölkerung
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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