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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 548 -
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548 aber durch eine elegante Fa^ade hervorragende Rathhaus, schließlich die neue, unter Maria Theresia erbaute und nach dem heiligen Stefan benannte Domkirche, wo der Schädel des großen Königs aufbewahrt wird. Die übrigen Kirchen sind einfach und enthalten auch keine Kunstwerke, mit Ausnahme der Seminarkirche, wo sich ein Fresko von Maulpertsch, „Christus am Kreuze", befindet. Die übrigen öffentlichen Gebäude entsprechen wohl ihrem Zwecke, sind aber einfache Nutzbauten ohne künstlerische Ansprüche. Als Culturanstalten besitzt die Stadt außer den gut gelegenen und eingerichteten Elementarschulen jedes Stadttheils eine Industrieschule, eine Handelsakademie, eine Staats-Oberrealschnle und besondere Zeichenschule, das durch den Großpropst Franz Farkas von Kirälyhegy gestiftete und von Nonnen des heiligen Vincenz von Paula geleitete Frauenerziehungsinstitut, ein katholisches Priesterseminar und ein von dem Cistercienserorden besorgtes, gut ausgestattetes Gymnasium. An diesem lehrte eine Zeit lang Beuedikt Viräg, der «feurige Erwecker der Seele der Nation", hier stndirte der begeisterte ungarische Gelehrte Stefan Horväth und hier lernte zu Anfang unseres Jahr- hunderts auch der große ungarische Dichter Michael Vörösmarty. Humanitäre Institute sind das Waisenhaus, dessen Fonds durch den in Stuhlweißenburg geborenen Primas Johann Simor mittelst einer Spende von ldO.OOOGulden vergrößert wurde,das Comitats- Krankenhans und das mit einer Versorguugsaustalt und einem Armenhause verbundene städtische Krankenhaus, eine der ältesten Anstalten dieser Art. Ferner sind verschiedene wohlthätige Vereine vorhanden, desgleichen gesellige und literarische Verbindungen, die ein höheres Niveau behaupten, so insbesondere der historisch-archäologische Verein für das Weißenburger Comitat und die Stadt Stuhlweißenburg, der ein eigenes Museum besitzt, und der Vörösmarty-Club, der sich die Pflege der ungarischen literarischen Interessen zur Aufgabe gemacht hat. Unter den Bibliotheken ist blos die bischöfliche erwähnenswerth, deren eigentlicher Begründer der Bischof Johann Paner war. Dieser gelehrte Mann besaß eine Bücher- sammlung, die, besonders reich an historischen Werken und Geschichtsquellen, auch zahlreiche und seltene Jncuuabelu enthielt; sie bildet jetzt den werthvollsten Theil der bischöflichen Bibliothek. Die Archive, sowohl das des Comitats als das städtische, enthalten größteu- theils nur Urkunden aus den drei letzten Jahrhunderten. Von den vielen werthvollen alten Schätzen ist nichts erhalten, ja selbst von dem, was namentlich im Stadtarchiv von den bösen Zeitläuften verschont geblieben war, nämlich von den auf die Stadt bezüglichen älteren Urkunden, ist feit der traurigen Epoche von 1848 bis 1861 nichts mehr vorhanden. Unter den Körperschaften von amtlichem Charakter sind die Advokatenkammer, das Gewerbegremium und der laudwirthschaftliche Verein, endlich unter den öffentlichen Anstalten die neuerrichtete Besserungsanstalt zu erwähnen.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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