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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 556 -
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556 seine größte Rolle, denn in seinem Schatten wurde die große Särreter Schlacht (1601) geschlagen, die mit der Niederlage der Türken schloß und zur Wiedereinnahme Stuhl- weißenbnrgs führte. Als dann (1602) Stuhlweißenburg wieder an die Türken kam, theilte Csökakö dieses Schicksal und blieb türkisch bis zum Jahre 1686, das mit der Wieder- eroberung Ofens der Türkenherrschaft in diesem Landestheile ein Ende machte. Ein Pascha residirte in der Burg nur einmal, und zwar der Stuhlweißenbnrger Pascha Saben Tscheri; übrigens hatte es zu Anfang des XVII. Jahrhunderts eine Befatznng von 28 bis 50 Mann unter dem Befehl eines Disdar (Burghauptmanns). Nach seiner Rückeroberung diente es noch bis zum Anfang des XVIII. Jahrhunderts als Verwahrungsort für einige türkis3)e Gefangene, hatte aber nicht mehr den Charakter einer Burg. Keine Belagerung, sondern die Angriffe der Zeit brachen die Beste, und als sie erst zu verfallen begonnen, hatten ihre Mauern von den Schatzgräbern noch mehr zu leiden als von der Zeit. Zu Anfang dieses Jahrhunderts waren drei Höfe und die Eintheilnng der Burg noch gut zu unterscheiden; seitdem ist der Berchfried gestürzt, die Wälle gehen immer mehr ein, und die übereinander gekollerten Trümmer gestatten kaum mehr sich ein Bild von dem Ganzen aufzubauen. An den Fuß der Burg schmiegt sich ein schöner Obstgarten, in dem das sogenannte Vöröshäz (rothe Haus) steht — ein einfaches, festes Gebäude mit einigen Zimmern und einer herrlichen Aussicht. Es gehörte einst den Jesuiten, jetzt ist es Graf Lamberg'sches Eigenthum. Die malerische Lage der Burg lockt zahlreiche Ausflügler herbei und längs des hinanführenden Pfades sind die schwarz bemoosten Felswände mit Anfangsbuchstaben von Namen solcher Vergnügungspilger bedeckt. Unterhalb der Burg liegt vom Vertes bis zum Bakonygebirge ein breites Thal hingedehnt mit reichen Äckern, dichtbelaubten Wäldern und grünem Gefilde, aus dem das Wassernetz des Särviz emporblinkt. Im Süden erscheinen auf flachem Lande Stuhlweißenburg mit seinen Thürmen und weiterhin aufgereiht alle die hübschen Dörfer mit ihren Kirchen und Schlössern und den diese nmgriinenden Parks; im Westen heben sich die waldigen Kuppen des Bakony, durch sanfte Thäler geschieden, während nördlich der Marktslecken Moor und das schöne Moörer Thal sich dem Blick aufthut, weithin bis an den Punkt, wo die ausstrahlenden Hügel- wellen des Vertes und des Bakony sich umarmen. Der Burg zu Füßeu und weiterhin zwischen kühn aufragenden Bergen führt ein schmales Thal in den Vertes hinein; es birgt zwei Echos, welche mehrere Silben wieder- geben, das eine mit klangvoller, das andere mit verhanchender Stimme. Dieses Thal windet sich in nördlicher Richtung hinan und gestattet den höchsten Pnnkt des Vertes zu erreichen, wo eine Anssichtswarte den Blick freigibt über die weithingespannte herrliche Landschaft, von der Donau unterhalb Budapests herwärts und über den Bakony hin bis Pannonhalma.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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