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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 571 -
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571 Adony, Jn terc isa (nach Anderen Potenciana) an der Stelle von Duna Pentele. Unter den jetzigen Donau-Ortschaften sind folgende zu erwähnen: vor Allem die große Ortschaft Erd oder Hamzsabig, die zur Hälfte am Stromufer, zur Hälfte auf einer Höhe liegt, von wo sich eine prächtige Aussicht über die weiten Flächen des Alföld bietet. Hier übernachtete Ludwig II. im Schlosse des Ambrosius Särkäny und als er dann auf seinem Leibpferde nach Mohacs aufbrach, that dieses einen Sturz. Einst war der Ort eine Citadelle, von der aber keine Spur übrig ist. In türkischer Zeit war er von einem Plankenzaun umgeben. Hier begegnet man unfern der Donau dem letzten in diesem Comitat vorhandenen Türkendenkmal, einem vollkommen wohl erhaltenen Minaret. Nach der hunnischen Sage sollen die Hunnen unterhalb Erds bei Batta in das römische Reich eingebrochen sein; auch die hier befindlichen „hundert Hügel" (Szazhalom) hält die Überlieferung für den Bestattungsort der in der großen Täruokthaler Schlacht gefallenen Hunnen, wogegen die wissenschaftliche Forschung zu ergeben scheint, daß diese Begräbniß- stätten weit älteren Ursprunges sind und aus keltischer Zeit stammen dürften. Weiter unten liegt Eresi, eine der größten Gemeinden des Comitats. mit 5.700 Einwohnern. Es ist der Verwaltungssitz einer berühmten Herrschaft, die in der Hand des Freiherrn v. Lilien ihrer ganzen Einrichtung nach eine der ersten Landwirth- schaften des Landes war; später fiel sie der freiherrlichen Familie Eötvös zu. Schloß uud Park haben schon viel von ihrem Glänze verloren, dagegen finden sich im Park noch jetzt einzelne altrömische Denkmäler, zum Beispiel ein Meilenstein der alten Aquiucum-Esseger Heerstraße. Das hier befindliche Grab des Barons Joses Eötvös wird von der jungen Generation noch jetzt zuweilen pietätvoll besucht. Unter der Türkenherrschaft war auch Eresi ein mit Planken nmzännter Ort, in dem die Türken die erste türkische Herberge, ein mit Blech bedecktes Karawan-Serai errichteten. Diesem Orte, wie überhaupt deu Donau-Ortschaften wandten die Türken besondere Sorgfalt zu, da seit der Mohacser Schlacht dies ihr gewöhnlicher Weg nach Ofen war. Deshalb war auch das weiter stromab gelegene Dnna-Adony ein wichtiger Platz. König Matthias schenkte es dem Kinizsy, von dem es auf seine Gemalin, Benigna Magyar, überging, um dann an ihrer Hand der Familie Horvath von Kännzät zuzufallen. Näheres über seine Vergangenheit ist nicht bekannt, denn nur eiue Reisende des vorigen Jahrhunderts, Lady Wortley Moutague erwähnt Adony in ihrer zu Beginn des XVIII. Jahrhunderts verfaßten Reisebeschreibung, und zwar habe damals i>ie in der Türkenzeit so wichtige Ortschaft bereits in Trümmern gelegen und die Gegend unterhalb des Ortes, bis nach Mohacs hin, sei mit Wäldern bedeckt gewesen und kaum von einem Menschen betreten worden. Jetzt ist Adony wieder ein bedeutender Ort mit 4,500 Einwohnern, Bezirksämtern, einer localen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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