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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
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590 das jedoch Dank seiner windgeschützten Lage auf eine große Zukunft rechnen darf. Das Somogyer Comitat hat noch keine eingerichteten Badeniederlassungen, immerhin sind die Sommerfrischen Szan töd,B o glär und Fouyöd schon in kräftigem Aufschwung begriffen und weisen bereits zahlreiche Sommerparteien, namentlich aus der Hauptstadt, auf. Der Plattensee vermag den Gebrauch der Meerbäder ziemlich zu ersetzen. Sein Wasser ist schon an sich ein Mineralwasser und viel reicher an Salzen als das Wasser irgend eines anderen Sees in Mittel- und Südeuropa. Sein Wellenschlag ist am südlichen Ufer regelmäßig und ziemlich stark; der Badestrand der verschiedenen Stationen, namentlich am Südgestade, hat einen sammtartigen, glatten Grund, der aus feinem Sande besteht, und die Temperatur des Wassers, besonders wo es seicht ist, steigt oft auf 22 bis 23 Grad Reaumur, was namentlich für Frauen und Kinder, sowie für alle Reconvaleseenten nach schweren Krankheiten eine ganz wundersame Heilwirkung bewährt. Die Gesammtzahl der Badegäste rings um den Plattensee ist gegenwärtig schon auf etwa 10.000 zu schätzen und steigt bedeutend von Jahr zu Jahr. Man pflegt gegen den Plattensee vorzubringen, daß es an seinen Ufern, und besonders am südlichen, fast durchaus au kühlen Plätzen fehlt. Allein dieser Umstand bietet mindestens ebenso große Vortheile als Nachtheile, da die Krankheiten und krankhaften Schwächezustände, gegen welche die klimatischen Bäder angewendet zu werden Pflegen, großentheils gerade durch die unmittelbare Einwirkung der Sonnenwärme und der Windströmung gründlich geheilt werden und insbesondere die Bewohner der Großstadt mehr des Sonnenscheins und der frei bewegten Luft bedürfen als des Schattens. Diese Ausfassung bürgert sich auch in der ärztlichen Wissenschaft von Jahr zu Jahr fester ein, uud sobald die hinsichtlich der älteren Bäder bestandene überlieferte ärztliche Anschauung die neuere Auffassung zu der berechtigten Geltung gelangen läßt, wird das Badelebeu des Plattensees sofort vollauf jene Wichtigkeit für den allgemeinen Gesundheitszustand und die Volkswirthschaft erlangen, zu der es sich seit einigen Jahren schon mit so rüstiger Kraft zu erheben trachtet. Untersuchen wir das Wassersystem des Plattensees, so lautet die Hauptfrage: ist dieser See das Überbleibsel einer früheren geologischen Periode oder ein Sammelbecken für die aus atmosphärischen Niederschlägen stammenden Gewässer — oder vielleicht beides zugleich? Eine Specialeommission der ungarischen geographischen Gesellschaft stndirt den Plattensee seit dem Jahre 1891, und ein Hauptgegeustaud ihrer Forschungen ist eben die endgiltige Antwort auf jene Frage. Die darauf abzielenden Studien sind jedoch noch nicht beendigt. Die Ufergegend des Plattensees ist hinsichtlich des hydrographischen Systems in zwei Abschnitte zu gliedern. Der eine ist die südwestliche Ufergegend, von Badacsony nach Westen hin, über Keßthely und den kleinen Plattensee, im Somogyer Comitate
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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