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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 592 -
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592 Plattensee lediglich auf Regen, Schnee und die Bäche angewiesen, so müßte sein Becken in dürren Jahren, wie 1863 oder 1875, zum großen Theil trocken liegen, wie das des Neusiedler-Sees trocken lag. Der Siöflnß z. B. führt bei Siösok, an der Grenze des Beßpremer und des Somogyer Comitats, durchschnittlich ungefähr so viel Wasser aus ihm ab, als der größte Zufluß, der Zalasluß, ihm zuführt Das Wasser der sämmtlichen übrigen Bäche macht zusammen kaum mehr aus als das des Zalaflusses. Im Laufe eines regenlosen heißen Sommers und Herbstes müßte also der Plattensee um mehr als blos 2 bis 2'/s Fuß sinken, was thatsächlich die Grenze seines tiefsten Sinkens ist. Im Plattensee müssen also wasserreiche Quellen aufgehen, welche die durch deu Boden zur Tiefe gesickerten Gewässer des ganzen im Veßpremer Comitat gelegenen Ufergeländes, und eines Theiles des zum Zalaer und Somogyer Comitat gehörigen unterirdisch in den See ableiten. Mit dieser Ausfassung stimmt auch die Meinung der Uferbevölkerung überein. So kennen die Fischer in der Bucht zwischen Tihany und Balaton-Füred sogenannte „Heves" (warme Stellen), wo im Winter wegen des unten aufsprudelnden wärmeren Quellwassers das Eis nie so stark wird wie anderswo. Eine mächtigere unterseeische Quelle erwähnen die Uferbewohner auch iu der Richtung auf die Tihauyer Kirche. Desgleichen nehmen genaue Kenner des Sees ergiebige Quellen in der Bucht von Füzfö an. Allein die Theorie von der Ansammlung der atmosphärischen Niederschläge reicht nicht hin, um den Ursprung des Plattensees zu erklären. Dieser See ist der Überrest einer verflossenen geologischen Periode, und zwar nach Fachkundigen der miocänen Epoche. Daß er entweder aus dieser Zeit oder uoch aus der vorhergehenden Übergangsperiode stammt, erweist sich durch die chemischen Eigenthümlichkeiten seines Wassers, durch seine Versteinerungen, den geologischen Bau der Ufer uud die Bildungen, welche manche Ufer- stellen ausweisen. Sein Wasser erscheint im Glase hellgrau. Zur Hervorbriugung dieser Farbe tragen wahrscheinlich die darin befindlichen mikroskopischen Thiere und Pflanzen das Meiste bei. Das Wasser wird gewöhnlich getrnnken; abgekühlt wird es durch vieruud- zwanzigstiindiges Stehen klar und wohlschmeckend. Es gehört unter die sogenannten weichen Wässer und ist etwas herb. Dieser Auslug von Herbheit kommt von den darin enthaltenen Salzen, Säuren und deren Zusammensetzungen. Buchten hat der See an seinem Südrande, in den sich die Eomitate Veßprem und Somogy theilen, keine. Diese Ufer sind flach, kaum einige Fuß höher als der höchste Wasserstand des Sees und zumeist Anschwemmungen aus neuerer Zeit, wiewohl stellen- weise diluviale Ablagerungen. Die nördlichen, den Eomitaten Beßprem uudZala zugehörigen Ufer sind waldige, felsige, vieldurchrissene Höhen, bei Tihany und in der Gegend von
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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