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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Mähren und Schlesien, Band 17
Seite - 612 -
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612 nicht minderte, beweist die Nachricht, daß Lange unter seinen Zeitgenossen als eifriger Verfechter der deutschen Sprache galt. Auch aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts werden mehrere „deutschübende" Schulmänner und Geistliche genannt, aber nur klanglose Namen, welche die Vergessenheit deckt. Hochdeutsche Schauspielerbanden agirten in den Städten; im Jahre 1726 erhielt Franz Josef Mansche von dem Teschener Stadtrathe die Bewilligung zu theatralischen Aufführungen, und schon um die Mitte des Jahrhunderts hatte Troppan ein ständiges Theater, welches zwar 1763 abbrannte, aber neun Jahre später wieder aufgebant wurde. Gleichzeitig pflegten die Schulen das lateinische Drama, und noch 1754 veröffentlichte der Jesuit Adam Enzendorfer (1720 bis 1790) aus Skotfchau seinen „Nepomuk" in der Gelehrtensprache. Erst seit Kaiser Josef II. erwachte auch in unserem Lande ein regeres geistiges und literarisches Leben. Um die Verbreitung der Schöpfungen unserer Dichter- Heroen hat sich der Buchhändler Georg Traßler in Troppan durch Herausgabe eines großen Sammelwerkes, in welchem unter Anderen auch Wieland, Klopstock nnd Mendelssohn erschienen, ein unbestreitbares Verdienst erworben. Bald darauf suchte Karl Josef Jurende (1780 bis 1842) aus Spacheudorf auch weitere Volkskreise geistig zu befruchten. Da er selbst aus dem Bauernstaude hervorgegangen war, kannte er wie Wenige die Bedürfnisse der Menge; in rastlosem Selbststudium entwickelte er sich zu einem der einflußreichsten Volksschriftsteller, von dessen publicistischer Thätigkeit bereits bei der Schilderung der deutschen Literatur in Mähren ausführlich die Rede war. Wie Jureude für die Erwachsenen, war sein jüngerer Zeitgenosse Isidor Täuber (1803 bis 1864) aus Barzdors für die Jugend thätig. Nagende Sorge, die ihn bis zum Grabe geleitete, vermochte seine Arbeitskraft nicht zu lähmen. Er schrieb sogar über „Die Kunst, iu allen Verhältnissen des Lebens froh und zufrieden zu sein" (1835). Außer zahlreichen didaktischen Schriften bot er der Jugend Erzählungen, Skizzen und Anekdoten aus der Geschichte der Erde und ihrer Bewohner (1838), aus der Natur- uud Menschenkunde (1857) und entwarf in seinen „Fünfzehn Jahre aus dem Leben eines Wiener Privat- lehrers" mit gesättigten Farben ein aus eigener Empfindung und Erfahrung geschöpftes Zeitbild. Mittlerweile war der dichterische Ruhm eines Schlesiers bereits über Österreichs Grenzen gedrungen. Josef Christian Freiherr von Zedlitz, 1790 in Johannisberg als der Sohn des Landeshauptmanns geboren, hat den Sturm und Drang seiner Jugend im Kampfe gegen Napoleon überwunden, und als er das Getümmel der Schlachten mit der Ruhe des Landlebens vertauschte, da erblühten ihm, gewoben aus frischer Jugeud- empfiuduug und männlichem Thatendrange, die ersten „Frühlingsrosen" (1816). Sie sind, so wie der Sonettenkranz „Der Liebe Lust uud Qual" (1819) von jenem Hauche der
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Mähren und Schlesien, Band 17
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Mähren und Schlesien
Band
17
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1897
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.42 x 21.88 cm
Seiten
750
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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