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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Band 19
Seite - 198 -
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198 verwandelt sich in eine stürmische politische Versammlung, legt dem Könige Beschwerden vor, und dieser hat die größte Mühe, die aufwallenden Leidenschaften zu besänftigen. Auch iu seiner auswärtigen Politik glückte es dem Könige nicht besser. Wichtige Fragen standen auf der Tagesordnung: die Abwehr der Einfälle der Tataren und der Walachen, das Zurückdränge» des immer kühner vordringenden Moskau und vor allein die Aufhebung des Ordensstaates. Alle diese Fragen waren nur danu glücklich zu lösen, wenn es Polen gelang, inmitten der europäischen Staaten die ihm gebührende Stellung einzunehmen und dieselbe eonseqnent sestznhalten. Zwei europäische Mächte traten damals in den Wettbewerb nm das Bündniß mit Polen: Frankreich und das Haus Habsburg. Frankreich verbürgte ihm den Frieden mit der Türkei, welche damals, wenn anch mir von einer gewissen Ferne, Polen zn bedrohen schien; es bot ihm auch eine Stütze im Kampfe mit dem deutschen Orden, der noch immer in Deutschland einen Rückhalt hatte. Österreich kounte Polen schaden, wenn es den Orden begünstigte und mit Moskau gemein- schaftliche Sache machte, was aber Polen durch Unterstützung der Gegner des Hanses Habsburg in Ungarn vergelten konnte. König Sigismund vermochte sich aber für keines dieser Bündnisse zu entscheiden. Von seinen Ministern vertrat der eine, Laski, consequeut das Bündniß mit Frankreich, der andere, Tomicki, neigte sich jenem mit Österreich zn, und zwischen diesen zwei Richtungen schwankte die polnische Politik Jahrzehnte lang, ohne aus einem dieser Bündnisse den entsprechenden Nutzen zu ziehen. Mit Moskau wurde gekämpft, aber trotz zweier glänzender Siege, welche Fürst Constantin Ostrogski bei Orsza erfochten hatte, gelang es doch dem Czaren Iwan, Smolensk zu eroberu und zu behaupten. Die Walachen wurden von dem Kronfeldherrn Tarnowski bei Obertyn aufs Haupt geschlagen, die Tataren mehrmals besiegt, aber von weiteren Einfällen nicht abgehalten. Mit dem Hause Habsburg wurde im Jahre 1515 auf dem Cougrefse zu Wien ein feierlicher Vertrag geschlossen, iu welchem König Sigismund in die wechselseitige Heirat Ferdinands von Österreich mit der Tochter des Königs Ladislaus vou Ungarn, Anna, und des Sohnes des letzteren, Ludwig, mit der Enkelin Kaiser Maximilians, Maria, willigte. Doch brachte ihm dieser Vertrag nicht die erwartete Unterstützung in dem bald darauf entbrannten Streite mit dem deutschen Orden. Albrecht von Brandenburg, ein Schwestersohn Sigismunds von Polen, wurde zum Großmeister des Ordens gewählt, verweigerte aber den Huldigungseid. In dem aus diesem Anlasse ausgekrochenen Kriege drang das polnische Heer vor die Mauern von Königsberg, Sigismund verzichtete aber auf die Fortführung des Krieges und ließ sich in langwierige Unterhandlungen ein, welche damit endeten, daß Albrecht znm Protestantismus übertrat, den Ordensstaat in Preußen auflöste und mit Zustimmung Sigismunds ein weltliches, erbliches Fürstenthnm Preußen gründete, welches der Krone Polens lehenspflichtig war. Im Jahre 1525 leistete Albrecht
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Galizien, Band 19
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Galizien
Band
19
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1898
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.48 x 22.34 cm
Seiten
920
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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