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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Band 19
Seite - 203 -
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203 besorgen mußte, daß sein Tod Polen in das größte Verderben stürzen könne, drängte er auf eine Scheidung seiner Ehe mit Katharina, und da sich die Curie dazu nicht herbeiließ, war er einen Augenblick nahe daran, mit Rom vollständig zu brechen. Es fanden sich aber bereits Männer in Polen, welche die katholische Gegenreformation anzubahnen wagten. Vor allem die Bischöfe Mar t in Kromer und S tan i s l aus Hosins, einer von den dem Tridentiner Concil präsidirenden Cardinälen. Zu ihnen gesellte sich der päpstliche Nnntins Conimendone, dem es auch gelang, den König von der beabsichtigten Ehescheidung abzubringen. Der letztere war es auch, der die Beschlüsse des Tridentiner Concils nach Polen brachte und sich rühmen konnte, die schwankenden Gemüther der polnischen Bischöfe aufgerichtet und eine katholische Partei in Polen organifirt zu haben. Die Protestanten, die sogenannten Dissidenten, fortan sowohl durch die Stärkung der katholischen Partei als auch durch innere Uneinigkeit bedroht, schlössen im Jahre 1570 zu Saudomir (mit Ausschluß der Ariauer) eine Union lind verlangten staatliche Anerkennung und Maß- regelung der Ariauer. Beides wurde ihnen versagt und es wurde an dem Principe der vollkommenen Glaubensfreihei t festgehalten, welche jetzt der katholischen Kirche den meisten Nutzen versprach. Das Zustaudekommen der Realunion mit Lithauen erforderte viel Anstrengung und vorbereitende Schritte. Allerdings ging das XVl. Jahrhundert an Lithauen nicht ohne Einwirkung, vorüber. Die polnische hnnianistische Cultur eroberte nicht nur die eigentlichen Lithauer, deren Adel sich vollständig pvlouisirte, sondern sie rang auch nicht ohne merklichen Erfolg mit der byzantinischen Cultur der Rutheueu, welche jetzt, seitdem die Türken sich Constantinopels bemächtigt hatten, sich im Zustande völligen Verfalles befand. Bereits im Jahre 1530 gelang es Sigismund I., für Lithauen ein besonderes Gesetzbuch zu schaffen, an welchem Polen mitgearbeitet hatten und das viele Institutionen des polnischen, des deutschen und des römischen Rechtes enthielt. Sigismund August berief uuu den lithauischen Reichstag und setzte auf demselben im Jahre 1566 eine gründliche Revision dieses Gesetzbuches im fortschrittlichen Geiste durch. Polnische Institutionen wurden in noch größerem Maße nach Lithauen verpflanzt, der mittlere Adel vielfach emaneipirt und znm politischen Leben zugelassen. In diesem Adel gewannen die Polen den mächtigsten Bundesgenossen für das Werk der beabsichtigten Realunion, denn erst diese verhieß dem Adel in den lithauischen und rnthenischen Ländern eine vollständige Gleich- stellung mit dem polnischen Adel in Bezug aus seine politischen Rechte. Widerstand leisteten nnr die Magnaten, welche an der Selbständigkeit des lithauischen Staates hingen, weil dieselbe ihnen einen größeren politischen Einfluß und den Besitz wichtiger Kronämter verbürgte. Dieser Widerstand wurde jedoch durch einen theilweisen Kompromiß auf dem gemeinsamen Reichstage von Lnblin im Jahre 1569 beseitigt. Die südlichen Provinzen des
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Galizien, Band 19
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Galizien
Band
19
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1898
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.48 x 22.34 cm
Seiten
920
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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