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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Band 19
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204 lithauischen Staates, Wotyn, Kiew, Braelaw und Podlasie, gingen hiebet selbständig vor und schlössen sich unmittelbar der polnischen Krone an, indem sie sich mir jene Autonomie wahrten, welche ohnehin einer jeden Wojwodschast in Polen zukam. Schließlich gaben anch die lithauischen Magnaten unter dem Drängen des Adels nach und beschworen eine Union mit Polen, laut welcher Polen und Lithauen einen gemeinsamen König und einen gemein- samen Reichstag haben, in Bezug auf Hofämter, Heer-, Finanz- nnd Gerichtswesen aber besondere Staaten bilden sollten. Die dritte Frage des politischen Programmes wurde wieder nicht gelöst. Die verschenkten und verpfändeten Krongüter wurden eiugezogeu und in zwei Kategorien getheilt: in Tafelgüter, welche nur zum Unterhalte des königlichen Hofes dienen, und in eigentliche Krongüter, welche vom Könige einzelnen Edelleuten in lebenslängliche Pacht überlassen werden sollen und zwar so, daß ein Theil des Pachtschillings, die sogenannte Qnarta, znr Erhaltung einer, wenn anch kleinen, doch ständigen Landeswehr an der südlichen Grenze gegen die Einfälle der Tataren bestimmt wurde. Weiter gingen aber die inneren Reformen nicht. Die Bemühungen der Landboten, eine Exekutivgewalt in den einzelnen Wojwodschasten nnd Bezirken zu schaffen, scheiterten an dem Widerstande des Senates und au dem geringen Verständnis, welches der König dieser Frage entgegenbrachte. Die Codifieirnng des bestehenden Rechtes nnd die Reform des Gerichtswesens kam nicht zustande, und das ganze Reich bot auch ein Bild der höchsten Unordnung, weil sich die Processe ins Unendliche zogen und die mühsam erlangten Erkenntnisse der Gerichte dem Stärkeren gegenüber nnr selten vollzogen werden konnten. Dagegen gelang es dem Adel, sein zeitweiliges Bündnis; mit Sigismund August zur Befriedigung seiner wirthschaftlichen Classeninteressen auszunützen. Seitdem die Bauern hörig geworden waren, sah der Adel nur noch einen Mitbewerber und vermeintlichen Gegner auf dem wirthschaftlichen Gebiete. Es waren dies die Städte . Seit dem XIII. Jahrhunderte hatten sich diese nnanfhörlich entwickelt. Bis in die Zeit König Sigis- munds, iu welche der Höhepunkt ihres Aufschwunges fällt, behielten sie ihren deutschen Charakter, nnd erst im XVI. Jahrhunderte begann ihre Polonifirung uuter dein Einflüsse der aufblühenden polnischen humauistischeu Literatur. Das in Innungen organisirte Gewerbe erfreute sich einer starken Entwicklung und befriedigte alle Bedürfnisse des Landes, im Kunstgewerbe wetteiferten sie mit den Städten des Westens, der ganze Zwischenhandel zwischen Orient nnd Westen lag in ihren Händen und bildete die Quelle des Reichthums einzelner Patricierfamilieu, welche einen regen Verkehr nüt dem Auslande unterhielten. Dem polnischen Volke aber stand das deutsche Bürgerthum iu diesen Städten fremd gegenüber. In den Anfänge» des polnischen Parlamentarismus zu Eude des XV. Jahr- hunderts sahen die Städte für sich und für ihre Autonomie eine Gefahr, nnd trotzdem sie
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Galizien, Band 19
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Galizien
Band
19
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1898
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.48 x 22.34 cm
Seiten
920
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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