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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Band 19
Seite - 213 -
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213 von den Unirten eingenommenen Kirchen zurück. Die Dissidenten suchte er durch ein eoUoczuium okaritktivum in Thorn zu gewinnen. Die unruhigen Kozaken wurden gebändigt, ihre selbständige Organisation wurde aufgehoben und ein von ihnen angestifteter Ausstand blutig niedergeworfen. Das Land erfreute sich nunmehr eines ungetrübten Friedens, der Ackerban hob sich zu ungeahnter Blüte, die Ausfuhr über Dauzig erreichte die höchste Stufe. Die Kolonisation hatte längst die Ufer des Dniepr überschritten. Wtadystaw IV. entwarf aber weitreichende Pläne eines Offensivkrieges gegen die Tataren, eventuell auch gegen die Türken, um ihren Einfällen Halt zu gebieten lind die Gestade des Schwarzen Meeres dauernd zu besetzen. Er knüpfte Unterhandlungen mit Rom und Venedig an, um eine Liga zu bilden. Er warb ein bedeutendes Heer an und trug auch kein Bedenken, die soeben niedergeworfenen Kozaken insgeheim zu orgauisiren und in seinen Dienst zu nehmen. An der Spitze einer selbständigen Streitkraft hoffte er nicht nur einen siegreichen Krieg führen, sondern auch durch einen Staatsstreich die königliche Macht heben zu können. Doch seine Pläne stießen auf den eiumüthigen Widerstand der Magnaten, der Reichstag erklärte sich unbedingt für den Frieden und der König hatte nicht den Muth, den Krieg auf eigene Hand heraufzubeschwören. Er entließ die angeworbenen Truppen, war aber nicht im Stande, die von ihm selbst aufgewiegelten Kozaken wieder zur Ruhe zu bringen, zumal dieselben in dem polnischen Edelmanne Bogdan Chmielnick einen Führer von seltener Thatkraft und unbändigem Ehrgeize gewonnen hatten. Da der geplante Feldzug gegen die Tataren unterblieb, erhoben sich die Kozaken (1648), wandten sich, durch aufständisches Bauernvolk vermehrt, gegen das Innere des Reiches, ermordeten oder vertrieben den Adel nnd schlugen das durch Mangel an Disciplin geschwächte polnische Heer aufs Haupt. Im Augenblicke der höchsten Gefahr starb Wtadyslaw IV., während sich Chmielnieki mit den Tataren verband und bereits ans Lemberg uud Zamosö losging. Der nach dem Tode Wladyslaws zum Könige gewählte Bruder desselben, Johauu Kazimir, erbte nach ihm die Krone, die (zweite) Gemalin Maria Louise Gonzaga und auch den Bürgerkrieg mit den Kozaken. Polen vermochte nicht, diesen Aufstand zu bewältigen. Es bildeten sich zwei Parteien, von welchen die eine die Kozaken durch große Zugeständnisse, durch vollkommene Autonomie und Verleihung des Adels znr Ruhe briugeu uud dem Staate dienstbar machen wollte. Doch wurden die Bemühnngen der Friedenspartei durch das Vorgehen der Gegenpartei immer gekreuzt, welche in den Kozaken nichts anderes als ein aufständisches Baueruvolk sah, das mit Waffengewalt niedergeworfen werden müsse. Andererseits waren auch Chmielnieki und dessen nächste Umgebung der großen Masse der vou ihnen aufgewiegelten Kozaken und Bauern nicht immer Herr und außer Staude, aus diesen Elementen ein geordnetes Gemeinwesen zn bilden. So kam es,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Galizien, Band 19
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Galizien
Band
19
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1898
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.48 x 22.34 cm
Seiten
920
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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