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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Band 19
Seite - 292 -
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292 wunderthätig berühmt wurden. Da war nun ein Bergmann aus Wieliezka (wie die Sage erzählt, auf welche sich Stachiewicz's Gemälde bezieht), der, so oft er nach Krakau kam, vor dem Bilde des Erbarmers inbrünstig zu beten, eine Kerze zu kaufen Pflegte, die er davor anzündete und Brod als Almosen unter die Armen vertheilte. Eines Tages wnrde der Bergmann in seinem Schachte verschiUtet, und zwar so, daß man ihn als verloren betrachtete und sich nicht einmal bemühte, ihn gleich ans Tageslicht zu fördern. Allein die Gattin des Unglücklichen verlor den Muth nicht. Sie ging oft nach Krakau, betete vor dem Bilde des barmherzigen Jesus, kaufte Kerzen und gab Almosen, genau so, wie ihr Mann dies gethan hatte. Und ihre Hoffnung betrog sie nicht. Nach einem Jahre wurde der Bergmann ausgegraben; er war aber gesund und heil geblieben, wie dies Zeugeu- schasten bekräftigten. Er selbst aber, darüber befragt, auf welche Weise er hatte weiterleben können, gestand, daß ihm der Christus aus der Katharinenkirche täglich erschienen sei und ihm täglich einen Laib Brod gespendet habe. Dieses Ereigniß hat sich vor sehr langer Zeit zugetragen, allein die Erinnerung daran hat sich in der Familientradition des Geretteten erhalten, welche Familie seit jener Zeit bis nahezu auf den heutigen Tag vor dem wunderthätigen Bilde des barmherzigen Jesus gebetet, Kerzen angezündet und Brod als Almosen vertheilt hat. Zur Aufklärung des Zusammenhanges zwischen der Katharinen- kirche und den Bergleuten von Wieliczka, welches ziemlich weit von Krakau entfernt ist, müssen wir hinzufügen, daß einer aus der Familie Bouar sich zur Zeit König Sigismund des Alten (1506 bis 1548) für alle Zeiten in der vaterländischen Geschichte Polens dadurch ausgezeichnet hat, daß er das Finanzwesen des Landes ordnete und die Berg- werke von Wieliczka zur vollen Blüte brachte, wo es bis heute noch Schachte gibt, welche den Namen Bonarschacht führen. Das mußte wieder den Bergleuten von Wieliczka die um ihrer Wunderthätigkeit willen berühmten Gemälde des seligen Jesaias Bonar in der Katharinenkirche lebhaft in Erinnerung bringen. Die historischen Sagen beziehen sich zumeist auf die Anfänge des Volkes. Das polnische Volk war ehemals aus einigen Stämmen zusammengesetzt, welche den gemein- samen Namen der Lechiten führten. Diese Benennung gerieth seit der Zeit in Ver- gessenheit, als jener Theil der Lechiten, welche in den Gegenden von Gnesen und Posen wohnten und sich die Polanen nannten, die Oberhand über die übrigen Stämme gewann und seinen Namen dem ganzen Volksstamm aufdrückte. Die Sage erzählt, daß König Lech der Urvater des polnischen Volkes war. Dieser kam zu einer nicht näher bekannten Zeit mit seinem Volke in die Ufergebiete der Warthe, wo es damals noch große Wälder gab. In einem dieser Wälder fand er und sein Rittergefolge ein Nest weißer Adler und nahm dies seiner Seltenheit wegen als ein gutes Omen an. Hier wo er das Nest (polnisch Kniu^ckc») gefunden hatte, ließ er sich eine Residenz bauen; vom Worte
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Galizien, Band 19
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Galizien
Band
19
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1898
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.48 x 22.34 cm
Seiten
920
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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