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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Band 19
Seite - 559 -
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559 Die polnischen Könige förderten nicht nur den Fortschritt auf dem Gebiete der Kirchenmusik, sie trugen auch für ein gutes Orchester und gute Sänger Sorge. Es fehlte nicht an trefflichen Lautenspielern. Der berühmteste unter ihnen ist Walentius Gresf Bakfark, Hoflautenist des Königs Sigismund August. Seine Virtuosität machte ihn ebenso berühmt, wie die Häßlichkeit seiner Figur. Sein Name wnrde vielfach verdreht, in Polen nannte man ihn allgemein Bekwark. Bekwark war im Jahre 1515 in Siebenbürgen geboren; als Jüngling machte er viele Reisen und hielt sich auch am Hofe des Königs Ferdinand I. in Wien längere Zeit auf. Im Jahre 1549 wurde er am Hofe des Königs Sigismund August als ,Oitkure<!us° angestellt, mit dem Gehalt „sonstiger Hoflantenisten des Königs". Nach dem Tode der Gattin des Königs, Barbara, wurde Bekwark erst recht unentbehrlich. Niemand wußte den König zu trösten, das Spiel des trefflichen Lautenisten beruhigte ihn. Was schließlich Bekwark veranlaßte, diese lnerative Stellung aufzugeben und was eigentlich Wahres an der Erzählung Bekwarks ist, als hätte man ihn in Lithauen um Hab und Gut gebracht, ist bisher nicht aufgeklärt. Bekwark begab sich nach Posen, dann nach Wien und fand endlich um 1570 am Hofe Kaisers Maximilian II. eine Anstellung als Lautenist; er starb in Italien. Sein erstes Werk .Harmviüa musicae" wurde zu Krakau gedruckt. Von seinem Werke „opus nmsieum", worin er seine Compositionen für die Laute, wie auch jene anderer berühmter Musiker gesammelt hat, befindet sich im Museum zu Bologna nur der erste Band, der zweite ist wahrscheinlich für immer verloren. Außer diesen beiden Werken, ist noch eine Lautentabnlatur unter dem Titel: »Premier livre de taduluture äe lutk, contenslit plusieurs lantuisies, motets, cliunsons kran^ais et inuäriAals" zu verzeichnen. Nicht nur Könige, sondern auch polnische Machthaber trachteten an ihren Höfen gute Musikkapellen, gute Sänger und Lautenisten zu haben. Aber in dem Maße, wie sich das Musikantenthum in Polen mehrte, begegnen wir immer mehr fremden Namen, fast ausschließlich Italienern und Deutschen. Bald hören wir von einer königlichen Oper, und seitdem Warschau Residenz des Reiches wurde, beginnt die Blütezeit derselben. Dies war namentlich zur Zeit Sigismunds III. und Wladislaus' IV. der Fall. Zahlreiche Agenten reisten in Italien und warben die besten Sänger und Musikanten an. Wladislaus IV. scheute keine Schwierigkeiten, um die besten Sänger an seinen Hof zu locken, und wenn er in den Auslagen weniger verschwenderisch war, so ließ er den Sängern umsomehr seine hohe Protection angedeihen. Ausländer, welche am Hofe Wladislaus' IV. verweilten, äußern sich voll Bewunderung über das ansgezeichnete Orchester und die vortrefflichen Sänger. Doch kam diese Vorliebe für Musik der Hebung des nationalen musikalischen Niveau's nicht zu statten, vielmehr wurde das Aufkommen einheimischer Talente durch die Förderung fremder Elemente nahezn unmöglich gemacht. Daher bieten das XVII. und XVIII. Jahrhundert
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Galizien, Band 19
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Galizien
Band
19
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1898
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.48 x 22.34 cm
Seiten
920
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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