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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Band 19
Seite - 801 -
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801 Landwirthschaft ein Unterschied bemerkbar, welcher die Scheidung desselben in einen nördlichen und einen südlichen Theil begründet. Das nördliche Podolien ist ein gegen Norden nicht geschütztes Plateau mit sehr kaltem Winter und kalten Winden auch in der milderen Jahreszeit, während das südliche Podolien und Pokntien, an der Abdachung gegen den Duiester- und Pruthsluß gelegen, ein wesentlich milderes Klima ausweist, welches den Anbau von Mais und Tabak, sowie einen ausgedehnteren Gartenbau gestattet. Von einem sehr wesentlichen Einfluß auf die Richtung und Intensität der landwirth- schastlichen Production sind die Besitzverhältnisse, die von jenen der westlichen Kron- länder vielfach abweichen. In Galizien findet sich in der Regel innerhalb jeder Ortschaft mit ländlichem Charakter, ob sie nnn Dorf oder Markt (Städtchen) heißt, eine ehemals donünicale Besitzung von über 100 bis 500, ja nicht selten bis 1000 Hektaren, welche im eigentlichen Gebirge zumeist bloß aus Wald- uud Weidegrüuden, beziehungsweise auch aus Wiesen besteht, sonst aber beinahe überall, neben dem Waldbesitz, oder in waldarmen Gegenden öfters auch ohne denselben, einen oder je nach der Größe des Besitzes auch mehrere Meierhöfe mit einem Complex von landwirtschaftlich benützten Gründen: Äckern, Gärten, Wiesen und Weiden, kurz einen landwirtschaftlichen Großbetrieb enthält. Diesem in die landtäflichen Bücher eingetragenen Besitz steht in jeder Ortschaft der in den bei den Bezirksgerichten geführten Grundbüchern eingetragene ehemals nnterthänige Kleingrundbesitz gegenüber, welcher infolge des raschen Wachsthums der landwirthschaftlicheu Bevölkerung und der Sitte der Erbtheilung in natura (trotz der beschränkenden Vorschriften, die bis zum 1. November 1868 bestanden), stark zersplittert ist. Bauernwirthschaften in dem in den westösterreichischen Ländern üblichen Ausmaße sind in Galizien selten und bestehen zumeist ans in nenerer Zeit zusammengekauften Grnndstücken. Bei einer Erhebung über die Zersplitterung des Grundbesitzes, welche das statistische Landesbureau in 249 ans sämmtlichen Gerichtsbezirken als Typen gewählten Gemeinden durchgeführt hat, wurden unter 89.102 Besitzungen blos fünf mit einem Umfange von über 200 Joch und blos 1503 Besitzungen oder 1 68 Procent der überhaupt in die Erhebung einbezogenen mit einer Fläche von über 25 Joch vorgefunden. Schon vor 18 Jahren hat eine voni galizischen Landesausschusse veranstaltete Enquete über die Lage des Kleingrundbesitzes ergeben, daß das häufigste Ausmaß dieses Besitzes in Galizien 2 bis 8 Joch, im Osten des Landes bis 12 Joch beträgt. Uber die Verbreitung des Groß- und des Kleingrundbesitzes im Lande und deren Antheil an der Gesammtfläche des Landes und der einzelnen Culturgattungen gibt eine nach dem Stande des Jahres 1890 durchgeführte Erhebung Aufschluß,' von der hier nur die allerwichtigsten Resultate mitgetheilt werden: ' Pilat: der landtäfliche Grundbesitz in Galizien. Statistische Monatsschrift. XVlII. Jahrgang (1892). Galizien. 51
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Galizien, Band 19
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Galizien
Band
19
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1898
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.48 x 22.34 cm
Seiten
920
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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