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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 329 -
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329 dessen von rechts nach links zugeschlagene Seiten von einem kostbaren, türkischen, um die Taille gewundenen geblümten Shawl zusammengehalten wurden. In den Brustfalten dieses Talars wurde mit Vorliebe ein großes, farbiges, oft seidenes Taschentuch getragen. Der große, weiße, hervorstehende, aber nicht gesteifte Hemdkragen wurde mittelst eines schwarzen Seidentuches, dessen Zipfel auf die Brust herabhingen, in der Höhe gehalten. Die Ärmel des Talars waren zum Zuknöpfen hergerichtet, doch pflegte man sich während der Sommerzeit selten zuzuknöpfen, weshalb die weiten Hemdärmel stets sichtbar waren. Über diesem Talar trug man im Sommer einen bis an den Gürtel reichenden, kirsch- farbenen, breitärmeligen Seidenhalbmantel, „kei-meneu" oder „skurwika- genannt, welcher für den Wintergebranch aus einem mit kostbarem Pelzwerke gefütterten, grünlichen Wollstoffe bestand. Über der Fermenea trug man zu jeder Jahreszeit einen bis an die Knie reichenden, mit theueren Pelzen unterschlagenen, breitärmeligen Wollstoffmantel, oder genannt. Beim Ausgehen aber wurde über alle bisher angeführten Kleidungsstücke noch ein langer, weiter, bis an die Sohlen reichender, im Sommer mit Seide, im Winter mit seltenem Rauhwerk versehener, „cköukea- genannter Stosstalar angezogen. Der rothe Fes war die Kopfbedeckung der Männer, worüber beim Ausgehen ein türkischer, genannter Shawl gewunden wurde. In neuerer Zeit aber trug mau eine tiefe, oben mit Sammt eingelegte Bibermütze, ärmere Leute trugeu und tragen noch heute hohe Lammfellmützen. Die Frauen trugen ein ärmelloses, weites, den Ober- und Unterkörper bedeckendes, bis an die Knöchel reichendes, farbenreiches, gewöhnlich seidenes, mit Goldschnüren auf- geputztes, am Halse offenes Kleid, welches mittelst eines mit großen silbernen oder goldenen, edelsteinbesetzten Spangen versehenen Gürtels eng um den Körper zusammengehalten wurde. Darüber wurde eine zierliche Fermenea, dann noch eine aus Sammt, Seide oder Stoff bestehende, mit sehr kostbarem Rauhwerk, Fuchs- oder Lammfellen unterschlagene Dnlama getragen, welche die Armenierinnen noch heute zu Hause gerne anziehen. Die Frauen bedienten sich des weißen Fes als Kopfbedeckung. Darüber wurde je nach Stand und Vermögen ein seidenes oder wollenes Tuch derart geworfen, daß ein Ende desselben dreieckähnlich auf den Rücken herabhing. Männer und Frauen bekleideten ihre Füße entweder mit gelben Safianstiefeln oder türkischen, gelbfarbigen, oder ,dus?inaksi« benannten spitzschnabeligen Halbschuhen. Beide Geschlechter pflegten sich, während sie müßig mit nach türkischer Art unter- schlagenen Beinen auf den Divans saßen, zum Zeitvertreib großer Bernsteinrosenkränze, ,patküi« genannt, zu bedienen. Dieses Rosenkranzspielen, wie auch die türkische Art des Divansitzens ist noch heute bei den Armeniern in Übung.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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