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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 366 -
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366 Fahrwasser gelenkt. Der musikalische Standpunkt, den der Seminarchor heute einnimmt, ist ein hervorragender: nicht nur homophone, sondern auch schwierige polyphone kirchliche Tondichtungen gehören ins Programm seiner Aufführungen, über welche selbst Seine Majestät, unser geliebter Herr und Kaiser, bei seinem Besuche der Bukowina im Jahre 1880 und weiland der Durchlauchtigste Kronprinz Rudolf im Jahre 1887 sich lobend auszusprechen geruhten. Einheimische Musiker, welche den Geist des Chorgesanges der griechisch-orientalischen Kirche erfaßten und sich durch Compositionen liturgischer Chöre, Psalmen, Hymnen n. a. hervorgethan haben, sind Carl von Miculi, Eusebius Mandyczewski, Isidor Worobkiewicz und Cyprian Pornmbesku. Auch der Verein für geistliche Rhetorik und Musik orwäoxu«, der rumänische Gesangverein „Armonia", der gemischte Chor des Staats-Ober-Gymnasiums und der Verein „Lumina" tragen redlich das ihrige bei, um den Herrn der Welten in erhebenden Harmonien zu lobpreisen und zu verherrlichen. Im Jahre 1882 wurde der Verein zur Pflege und Förderung der römisch-katholischen Kirchenmusik in Czernowitz gegründet. Derselbe verfolgt als Zweck die Förderung echter Kirchenmusik im Allgemeinen und die möglichst gelungene Aufführung einzelner gediegener Tonwerke an kirchlichen Feiertagen. Die Pflege des evangelischen Kirchenchorals hat sich der in jüngster Zeit gegründete „Czernowitzer evangelische Kirchengesangverein" zur Aufgabe gesetzt und erfüllt dieselbe in erfreulicher Weise. In der Kirche der griechisch-katholischen Russinen erklingt bei gottesdienstlichen Handlungen ein erhebender Chorgesang, welcher durch das Zusammen- wirken von Männer- und Frauenstimmen zum wahren Kirchenvolksgesange geworden ist. Auch der Gesang für gemischten Chor im Czernowitzer jüdischen Tempel ist erwähnens- werth. An jedem Sabath gelangen hier die gewöhnlichen rituellen Gesänge zur Aufführung, während an hohen Festtagen beachtenswerthe Compositionen tadellos gesungen werden. Musik der Rumänen. — Die Liebe zur Musik und Poesie hat im Herzen eines jeden Rumänen tiefe Wurzel geschlagen. Ohne Lied, ohne Sang wäre sein Leben wie das der Blume ohne Licht, ohne erwärmenden Sonnenschein. Die Melodik der rumänischen Volks- lieder und Tanzweisen, dieser ungeschminkten Ergüsse der träumenden Volksseele, ist durchzuckt von ruheloser Melancholie, von einem tief in die Seele einschneidenden Klagelaut. Die über- mäßige Secunde der sechsten zur siebenten Tonstufe zum Leitton und die erhöhte Quarte der Molltonleiter bilden den musikalischen Ausdruck für dieses charakteristische Merkmal. Den ersten Platz unter den Volksliedern der Rumänen nimmt die elegische, meditirende, balladenartige ckoina ein. Hieher gehören die ckoina cke Me (Trauer-Doina), die äoina kaiciuesaseü, ckoina vomices-seä (Hajduken- nnd Helden-Doina), die Zoina ciobaneusc ä. ckuina äe la munte (Hirten-Doina), die äoina ainor (Liebes-Doina) u. a. Daran reihen sich Lieder an, die auf die Afsentirung der Burschen, den Jammer der Mutter
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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