Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Kronprinzenwerk
deutsch
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 414 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 414 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20

Bild der Seite - 414 -

Bild der Seite - 414 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20

Text der Seite - 414 -

414 erwähnten römischen Ziegelfragmente stammen aus einem, am Fuße des Hügels bloß- gelegten Gemäuer. Bemerkenswerth ist auch der in Sereth befindliche bedeutende Wall, von dessen acht bis neun Meter betragender Höhe mindestens zwei Meter künstlich aufgeschüttet erscheinen und welcher bis nun die wichtigste Fundstätte für prähistorische und einzelne für römisch gehaltene Objecte in der Bukowina bildet. In der Folgezeit wurde Sereth bald von dem geographisch besonders günstig gelegenen Suczawa überflügelt. Für den orientalischen Handel, der sich auch gegen Siebenbürgen und Ungarn hin entwickelte, war letzteres ein wichtiger Stapelplatz geworden. Die Terrainbildung von Suczawa hat große Ähnlichkeit mit jener von Sereth. Auch hier ist es ein theilweise zerklüftetes Hochplateau, an dessen steil gegen den Suczawa- fluß abfallendem Nordrande die Stadt liegt. Sowohl westlich als östlich von der Stadt trägt dieser Steilhang Ruinen; die im Westen gelegenen bestehen lediglich aus einem, unter der Bezeichnung äs la upus Ltekan csl inai-e* bekannten, ungefähr acht Meter breiten quadratischen Thurme, von dessen massigen Bruchsteinmauern die vordere bereits abgestürzt ist oder abgebrochen wurde, während die im Osten befindlichen Ruinen vom alten Berg- oder Fürstenschlosse stammen. Innerhalb der dasselbe von drei Seiten umgrenzenden, bis zu 30 Meter breiten Grüben bedeckt dieses eine Fläche von 125 Meter Länge und 90 Meter größter Breite; die grabenlose Seite bildet den jähen Absturz gegen den tief eingeschnittenen Kakainerbach, der, sowie dessen Seitenschlucht, der Szipot, die Fundstätte zahlreicher Münzen, Pfeilspitzen, Sporen und dergleichen ist. Auf dem entgegengesetzten Ufer dieses Baches liegt die alte Metropolitan- oder Mirantzerkirche, die der Sage nach mit dem Schlosse durch eine allerdings fabelhafte Brücke in Verbindung gestanden sein soll. Diese mit verschiedenen Verschanzungen umgebene mächtigste Burg der Bukowina spielte in der Geschichte des Landes eine bedeutende Rolle, namentlich als vom vorletzten Decennium des XIV. oder doch vom XV. Jahrhundert an bis nach der Mitte des XVI. Jahrhunderts die moldauischen Wojwodeu in Suczawa residirten. In seiner „Denkschrift" vom Jahre 1779 berichtet der General Karl Freiherr von Enzenberg, das sich in Suczawa siebenzehn große demolirte Kirchen und zahlreiche, kunstgerecht hergestellte, sehr tiefe Keller befinden, endlich daß diese Stadt „eine sehr weitläufige, uuu zusammengefallene Residenz und eine große, auch zusammengefallene Bergfestung" besitzt. Unter der hier erwähnten Residenz dürfte, neueren Nachforschungen und Aussagen älterer Leute zufolge, ein in der Stadt selbst, und zwar in der Nähe der Mirautzer- und Demetriuskirche gelegener, größerer fürstlicher Bau verstanden gewesen sein, von welchem hente allerdings nur mehr die sich unter den Straßen herumziehenden Keller und altes, stellenweise als Fundamente wiederbenütztes Gemäuer nachgewiesen werden können; unter der „Bergfestung", welche, wie besonders Gabriel Freiherr von Spleuyi 1775 berichtet,
zurück zum  Buch Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20"
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild