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Die massiven Kirchen, welche zumeist ehemaligen Klöstern angehörten, stammen fast
alle aus der Zeit vom XIV. bis zum XVII. Jahrhundert; von den wichtigsten derselben
mögen vorläufig die Erbauer, sowie die Bauzeit angeführt werden. Abgesehen von der
Radantzer Kirche, welche auch in Bezng auf ihren Baustil eine exceptionelle Stelle
einnimmt, dürften die Serether Dreifaltigkeitskirche, sowie die Serether Johanneskirche,
deren Errichtung die Sage den Wojwoden Sas, beziehungsweise Peter II. um die Mitte,
refpective aus der zweiten Hälfte des XIV. Jahrhunderts zuschreibt, die ältesten sein; in
ungefähr gleichem Alter steht die bereits erwähnte alte Metropolitan- oder Mirautzer Kirche
in Suezawa, welche Fürst Juga erbaut haben soll. Stefan der Große gründete eine
bedeutende Anzahl von Gotteshäusern, darunter in der Bukowina die Kirchen in Badeutz
(1481), Petroutz bei Suczawa (1487), Woronetz (1488), Wollowctz (1502), Rensseny
(1502, von seinem Sohne Bogdan vollendet 1504) und, wie die Sage erzählt, auch
St. Jllie. Die Klosterkirche Putua, welche Stefan, wie schon bekannt, als seine Begräbniß-
stätte gründete, begann der Wojwode Basil Lupul im zweiten Viertel des XVII. Jahr-
hunderts vollständig umzubauen. Sein Nachfolger Stefan XI. Georg vollendete sie;
die Einweihung erfolgte indeß erst im Jahre 1662 unter dem Fürsten Enstratie Dabija.
Außer diesen Gotteshäusern und den schon früher erwähnten Klosterkirchen sind noch
hervorzuheben: die Kirche in Luzau, im XV. Jahrhundert von dem Gutsherrn Th. Vitolt;
die in Arbora, als Begräbnißkirche, 1500, von dem Gutsherrn Luka Arbure; die von
Parhoutz, 1502, von dem Bojaren Gabriel Trotuszau; die Demetriuskirche in Suczawa,
angeblich 1534 von Fürst Johann Peter (Raresz); die Kirche in Zaharestie, 1542 von
dem Bojaren Nikoara Chrowicz erbaut; die 1550 von Helena, Gemalin des Peter Raresz,
in Suczawa gegrimdete, nun von der griechisch-katholischen Pfarrgemeinde benützte
Kirche; die Nikolauskirche in Suczawa, 1611 von Nikolaus Braieskul; die Kirche in
Alt-Jtzkany, 1639 von der Nonne Nazaria mit ihrer Tochter Angelina; die von
Tvporoutz, von Fürst Miron Mogila; die Kirche zum heiligen Johann dem Täufer
in Suczawa, 1643 von Fürst Basil Lupul; die ehemalige Klosterkirche in St. Onnfri
endlich, 1672 bis 1673 von Fürst Stefan XIII. Petriczeikn erbaut. Aus dem XVIII. Jahr-
hundert schließt sich noch vereinzelt das von dem Klostervorsteher Artemon im Jahre 1767
an Stelle einer bereits bestandenen hölzernen Klosterkirche errichtete Gotteshaus in
Horecza an. Von den armenischen Kirchen, welche im Stile mit den griechisch-
orientalischen fast identisch sind, haben wir noch die im Jahre 1521 errichtete Kreuzkirche,
sowie die des drei Kilometer südwestlich von Suczawa gelegenen, 1593 von Bogdan
Donawakowicz gegründeten Frauenklosters in Haczkadar, schließlich die von Dzeron
Simeon 1600 gestiftete heilige Simonskirche in Suczawa zu nennen. Alle diese Kirchen,
sowie die Kirchen in Rumänien, liegen mit der Hauptapsis, in der sich der steinerne
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Bukowina, Band 20
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Bukowina
- Band
- 20
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1899
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 15.14 x 21.77 cm
- Seiten
- 546
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch