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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 426 -
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426 der Geschlechter wegen, namentlich für die weiblichen Kirchenbesucher bestimmt war, mußte man nun durch Erweiterung des Pronaos zu einem besonderen Kirchenschiffe (dem sogenannten Weiberstande) ersetzen und auf diese Weise kam man, und zwar in den ehemaligen Donanfürstcuthümern fast ausschließlich, wieder auf den Langban zurück, der gleichwohl mit der altchristlichen Basilika nichts anderes gemein hat, als die halbrunde Hauptapsis, welche der byzantinische Kirchenban als — vom Naos oder Männerstand durch die Bilderwand (Jkouostasis) getrenntes — Sanetnarium fortwährend beibehielt. Die Grundform ging derart in die des lateinischen kleeblattartig gestalteten Kreuzes über, wobei der Abschluß des Querschiffes durch halbkreisförmige, im Verbreitnngsgebiete des Stiles völlig typisch gewordene Seitenapsiden erfolgt. Manchmal sind die letzteren blos segmentförmig, oft ganz flach gestaltet und dann wohl gar nur aus der Mauerdicke herausgeschnitten, ganz ausnahmsweise auch rechteckig gehalten. Die Hanptapsis öffnet sich gegen den Naos mit dem vollen Gurtbogen, dem Triumphbogen der Basilika, besitzt aber trotzdem einen geringeren Durchmesser als dieser. Den Übergang vermitteln eingeschaltete breite Gurten mit successive abnehmender Weite, wobei nicht selten gleichzeitig auch die Mittelpunkte, wohl der perspectivischeu Wirkung wegen, allmälig etwas tiefer gewählt werden. Der Durchmesser der Seiteuapsiden ist geringer, als jener der Hauptapside; der Anlauf ihrer Halbkuppeln liegt nicht selten in einer anderen Horizontalebene, als jener der Traggnrten für die Hanptknppel. Nach außen zeigen die Apsiden oft eine polygonale Form, welcher sehr häufig ein unregelmäßiges Zehu- bis Vierzehneck zu Grunde gelegt ist, oder sie sind Halbkreis- oder segmentförmig, wohl auch rechteckig gestaltet. Zwischen Naos und Pronaos besteht in der Regel eine massive, blos von einer kleinen Thüre durchbrochene Wand; manchmal erscheint sie dnrch zwei mächtige, mit Gurten unter sich verbundene Pfeiler oder Säulen ersetzt. In etlichen Kirchen wurde vor wenigen Jahren erst an Stelle der Wand eine weite hohe Öffnung angeordnet. Wie bereits erwähnt, besitzen manche Kirchen zwischen Naos nnd Pronaos ein schmales Mittelschiff, das dann gewöhnlich der Höhe nach untertheilt erscheint. Die selten fehlende Vorhalle ist entweder offen und von Säulen oder Pfeilern getragen oder geschloffen und rechteckig, ausnahmsweise polygonal. In vielen Fällen wurde die Vorhalle dem Gotteshause erst in späterer Zeit angefügt; an der Johanneskirche in Sereth umschloß man nachträglich die offene, von Säulen umgebene Vorhalle; an der Kirche in Suczawitza erscheinen vor den zwei Eingängen znr Vorhalle kleine offene Vorbauten angeordnet. Nicht zu häufig ist der Naos blos mit einer, sogenannten blinden Kuppel überdeckt, sonst trägt er auf feiueu vier Gurten, von denen die zwei seitlichen nur wenig über die innere Manerflncht vortreten, eine Tambonrknppel; in der Bukowina besitzen nur einige Kirchen mehr als eine Laternenkuppel.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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