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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 429 -
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429 Besonders originell wird die Laternenkuppel an den Bukowiner und rumänischen Kirchen — und für den moldanisch-byzantinischen Stil vollkommen typisch — im Äußeren, hauptsächlich im Unterbau der Laternen, gestaltet. Derselbe besteht nämlich aus einem quadratischen, meist nur niedrigen Sockel, welcher der äußeren Weite der Hauptgurten entspricht und dem manchmal noch ein zweiter quadratischer Sockel von etwas geringeren Dimensionen aufgesetzt erscheint. Darüber liegt ein verhältnißmäßig stark eingezogener Sockel, merkwürdigerweise von sternförmiger Anlage. Die Theilung des Sternes hängt aber mit der Theilung der Laterne im Allgemeinen nicht zusammen, welch' letztere äußerlich fast immer regelmäßig achtkantig, oder vierkantig mit stark abgestnmpften Ecken, selten rund erscheint; der gewöhnlich zwölf, selten acht oder sechzehn Spitzen zählende Stern ist auch nicht immer ganz regulär gestaltet, sondern einzelne Spitzen treten mehr, andere weniger weit vom Mittelpunkte desselben vor, und zwar sind diesfalls die gegen die Seitenwände zu gerichteten Spitzen die längeren. Nicht selten liegt über diesem sternförmigen Sockel noch ein zweiter kleinerer Sternsockel, der in seiner Theilung mit der Theilung des unteren Sternes ebenfalls nicht immer übereinstimmt, nnd gewöhnlich regelmäßig gestaltet erscheint. Vom oberen Sterne wird dann durch kleine Dachflächen in Passender Weise der Übergang zur Laterne erzielt, wie dies auch beim Übergang vom quadratischen zum sternförmig gestalteten Sockel der Fall ist. Es ist nicht zu leugnen, daß die Laterne mit dem eben beschriebenen vielgegliederten Sockel auf den Beschauer eine prächtige Wirkung ausübt, aber diese zu erreichen, scheint bei den äußerlich im Allgemeinen sehr wenig gegliederten Kirchen wohl kaum Hauptzweck gewesen zu sein; vielmehr wollte man durch die Sternform eine möglichst große Basis gewinnen und das Übertragen des größeren Theiles der Kuppellast auf die durch die vorgebauten Seitenapsiden an dieser Stelle verstärkten Seitenwände der Kirche erzielen, bei gleichzeitiger, thunlichster Einschränkung der Last. Durch ausgiebige Verwendung des oft aus sehr großer Entfernung herbeigeschafften leichten Tuffsteines hat man ebenfalls das Gewicht zu verringern, sowie dnrch Einziehen von Holzbalken die Last entsprechend zu vertheilen gesucht. Sobald in der spätbyzantinischen Kunst die monolithe Knppel durch die Laternen- kuppel ersetzt wurde, mußte sich selbstverständlich das Gotteshaus, um den Einklang desselben mit der verhältnißmäßig erhöhten Knppel zu gewinnen, im Vergleich zu seiner Breitenansdehnung der Höhe nach entwickeln. Jnsbesonders war dies bei den kleineren Langbauten der Fall, bei denen man hauptsächlich mir durch eine mächtige Höhe imponiren konnte. Die Richtigkeit dieser Ansicht erscheint schon durch den Umstand erwiesen, daß die älteren Kirchen niedriger, die späteren, und namentlich solche mit vielem Aufwände errichteten aber höher gehalten wurden. So sind die Hanptmanern in Woronetz, bei einer
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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