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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 437 -
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437 baukuudige Athosmönche die Ausführung der Klosterbauten, und zwar mit Beihilfe der bereits hier eolonisirten deutschen Handwerker und namentlich der Steinmetze besorgten. Das Letztere geht aus der allgemeinen Anwendung der in der Moldau infolge der vielfachen Beziehungen des Landes mit Siebenbürgen, Polen und Deutschland bekannt gewordenen gothischen Detailformen hervor; auch gehören die in den Kirchen des Klosters Humora, in Snczawa :c. anfgefundenen Steinmetzzeichen ihrem Schriftcharakter nach nnzweifelhaft der deutschen Steinmetzbruderschaft aus der bezüglichen Banzeit, das ist der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts an. Ein großer Theil der Bnkowiner Kirchen sind Holzbauten. Zumeist nur ganz klein, oft kaum über 10 bis 12 Meter lang, sind sie fast allgemein aus Blockwänden hergestellt. Ihre Grundform gleicht im Wesentlichen jener der steinernen Kirchen, nur sind die Ausbauten polygonal gestaltet, manchmal fehlen die Seitenapsiden. Die Vierung ist oft mit einer ins Achteck übergehenden, ebenfalls im Blockbau constrnirten Knppel überdeckt, welche in manchen Fällen eine Laterne trägt. Die in der Pfarrgemeinde Pntna stehende Holzkirche ist wohl die älteste ihrer Gattung und, der Sage nach, überhaupt die älteste Kirche in der Bukowina. Der Fürst Dragosz soll sie nämlich im Jahre 1346 in Wollowetz errichtet haben, von wo aus sie Stefan der Große, 1468, nach ihrem jetzigen Standplatz übertragen ließ. Naos nnd Apsiden sind aus Eichenholz hergestellt, der Pronaos besteht ans weichen Balken und stammt aus späterer Zeit. In dem bereits erwähnten Bilde des Klosters Putua aus der Mitte des X VIII. Jahrhunderts ist diese Kirche rechts neben dem Kloster ersichtlich. Durch correcte technische Ausführung, Schnitzarbeiten, besonders Kerbschnittverzierungen unter theilweiser Verwendung von Farben zeichnen sich unter anderen die 1698 vom Fürsten Johann Theodor Kallimach in Kimpolung errichtete, seit 1887 in Cznmurua befindliche Nikolauskirche; die aus dem Jahre 1783 stammende Christi- Himmelfahrtskirche in Wama; namentlich aber die mit drei Kuppeln überdeckte Kirche in Zastawna, sowie die im Jahre 1895 in Stobodzia-Komarestie aufgestellte, leider in Lindenholz hergestellte, 1744von JgnmenJfaias gestiftete ehemalige Klosterkirche in Rewna aus. Die zwei Dachspitzen sowohl als die Kuppel sind hier mit zierlichen laternenartigen Aufsätzen bekrönt; ihr malerisches Aussehen gewinnt noch durch die gemusterte Schindel- Verkleidung der Wände. Historisches Interesse besitzt die im Jahre 1774 vom Radantzer Bischof Dositheu Cherefkul in Czernowitz erbaute, 1874 nach der Vorstadt Kloknczka über- tragene einfache Holzkirche, in welcher im Jahre 1777 die Huldigung der Bukowina vor dem kaiserlichen Abgeordneten, Feldwachtmeister Gabriel Freiherrn von Splenyi stattfand. Kein einziges Standbild schmückt das orientalische Gotteshaus. Der Plastik wurde überhaupt nur iu architektonischen Detailformen und Ornamenten, sowie in den Kleinkünsten die nöthige Pflege zu Theil.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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