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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 447 -
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447 das Buch dem Christuskinde am Arme der Gottesmutter überreichend, abgebildet ist. Jedem Evangelium geht eine illnminirte Randleiste und das Bild des betreffenden Evangelisten voran. Geschrieben wurde das Buch von dem Jeromonachen Nikodin im Jahre 1473. Wir heben u. a. noch das 1607 von Jeremias Mogila dem Kloster Suczawitza, ferner zwei große, 1610 von Anastasius Krimka dem Kloster Dragomirua geschenkte Evangelienbücher hervor, welche reiche und hübsche Miniaturmalereien enthalten und erwähnen, daß Watra-Moldawitza ein zu Beginn des XVII. Jahrhunderts von dem Radantzer Bischof Ephrem eigenhändig geschriebenes Psalmbuch besitzt. Gedruckte Kirchenbücher mit Initialen und Abbildungen finden wir bereits im XVII. Jahrhundert, z. B. ein Evangelium aus dem Jahre 1697, in Kiew hergestellt, zu Suczawitza; ein solches, ebenfalls aus Kiew, 1746, mit fünf großen Kupferstichen; ein von der Kaiserin Anna gespendetes, aus dem Jahre 1735, gedruckt in Moskau, zu Watra- Moldawitza u. s. w. Auch Lemberg (1665 zc.), Neamtz und Jassy (1702) ?c. kommen als Druckorte vor. In Suczawa bestand eineDruckerei schon in der ersten Hälfte des XVII. Jahr- hunderts, in Radautz eine solche unter Bischof Warlaam in der Mitte des XVIII. Jahr- hunderts. Der Kupferstich war in der in Rede stehenden Epoche — und ist in der Bukowina selbst heute noch — nicht vertreten; an älteren Lithographien findet man n. a. zwei franzö- sische, Stefan den Großen, beziehungsweise den Wojewoden Basil Lupul darstellend, im Kloster Suczawitza und eine aus dem Anfange dieses Jahrhunderts stammende, in Lemberg gedruckte, mit der damaligen Ansicht von Ezernowitz. In der orientalischen Kirche, welche die figürliche Plastik vollständig verpönte, während sie auf der Synode vom Jahre 842 nach den Bilderstreitigkeiten die Malerei wieder gestattete, mußte sich naturgemäß die letztere, hier fast Alleinherrscherin im Reiche der decorativen Künste, in hervorragender Weise, wenn auch nicht immer bis zur höchsten Kunstentfaltung entwickeln. Gehemmt war sie in dieser Beziehung theils durch den pädagogischen Zweck, theils durch ihre, sich über einen bedeutenden Umfang erstreckende ornamentale Natur. Sie ließ ferner die Individualität des Künstlers nur in beschränktem Maße zur Geltung gelangen, da die orthodoxe Kirche ziemlich strenge, noch heute bestehende Borschriften in Bezug auf Inhalt und Vertheilnng der einzelnen Bilder erließ. Durch ihren erziehlichen Charakter ist die Malerei vorwiegend eine Dienerin des Cultus geworden. Analphabetikern sollte sie — und diese waren nicht blos im gesammten Volke, sondern auch in der überwiegenden Zahl der Mönche zu suchen — die Legenden aus dem alten und neuen Testamente, in einzelne Cyklen grnppirt, vermitteln; den srommen Gläubigen hatte sie die guten Thaten und die Leiden der Märtyrer, die Sünden und Greuel der Ketzer und Bösen vorzuführen; dem hingebenden Gemüthe sollte sie von den Freuden des Himmels und den Qualen der Hölle erzählen. Vielfach schematisch, wie die Lettern
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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