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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 462 -
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462 Instandhaltung des frisch gerodeten Bodens auch nicht erforderlich; ein plumper Pflug mit hölzernem Streichbrett, eine hölzerne Egge, eine uothdürftig mit Eisenblech beschlagene Holzschaufel, ein hölzerner Wagen ohne jedweden Eisenbestandtheil, das waren die damals gebräuchlichen Wirthschaftsgeräthe. Mit Ausnahme des Maisanbaues für den Hausbedarf war die Eerealienprodnetion eine so geringe, daß zur Erzeugung des Branntweines Körnerfrucht aus dem benachbarten Galizien importirt werden mnßte. Anf den von staatlichen Organen in eigener Regie und von den Domänenpächtern bewirth- schafteten Staats- und Religionsfondsgütern sowie auf den von den Ansiedlern bewirth- schafteten Gründen wurde der Anbau des Weizens und des Roggens, des Hafers und der Gerste eingeführt, auch die Kartoffel wurde bekannt, doch gewann sie erst in den Nothjahren 1812 bis 1816 volle Werthschätzung und allgemeinere Verbreitung. Die Dreifelderwirth- schaft mit ausgedehnter Brache trat vielfach an Stelle der ganz ungeregelten extensiven Wirthschaft. Da die Bauern bei dem bestehenden Unterthänigkeitsverhältnisfe auf den Fonds- und Eameralgütern die herrschaftlichen Felder von der Saat bis zur Fechsung bearbeiten und auch den Ausdrusch bewerkstelligen mußten, so hatten sie genugsam Gelegenheit, eine wenn auch primitive, so doch im Bergleiche mit der von ihnen betriebenen Bewirthschaftung fortschrittliche Bearbeitung des Ackerbodens kennen zu lernen und wurden durch die hier gemachten Wahrnehmungen und erzielten Erfolge sowie dnrch den rasch aus- blühenden Wohlstand der Ansiedlerwirthschaften zur Nachahmung angeregt. Ein großes, nicht hoch genug anzuschlagendes Stück Culturarbeit auf landwirth- fchaftlichem Gebiete leistete für die Bukowina die k. k. Staatsgestüts-Wirthschafts- Direction in Radantz. Die Religionsfonds-Herrschaft Radantz, ein zusammenhängender Complex von 29'5/„ Quadratmeilen, war ursprünglich eine von Privaten, größtentheils aber von den Fürsten der Moldau, für das Bisthum Radautz und für die griechisch- orientalischen Klöster Putua, Suezawitza und St. Jllie gestiftete Dotation, die im Jahre 1786 in Folge des geistlichen Regulirungsplanes dem Bukowiner griechisch-orientalischen Religionsfonde iueorporirt uud in Staatsverwaltung übernommen wurde. Bis zum Jahre 1792 wurde diese Herrschaft für den eben genannten Fond durch die von der k. k. Staatsgüter-Administration im Dorfe Fratantz aufgestellte Eameral-Wirthschasts- Berwaltuug in eigener Regie bewirthschaftet. DerSchöpfer des österreichischen Remontirnngswesens, der nachmaligeFeldmarschall- Lientenant, damals Major Cavallar, bewirkte die Wahl der Herrschaft Radautz zur Errichtung eines k. k. Staatsgestiites. Dieselbe wurde vom 1. Mai 1792 dem k. k. Hof- kriegsrathe gegen einen an den Bukowiner griechisch-orientalischen Religionsfond zu leistenden jährlichen Pachtschilling zur Beförderung der k. k. Staatsgestütsanstalt in unbeschränkte Benützung übergeben. Der General-Gestüts- und Remontirnngs-Jnspector
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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