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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 470 -
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470 recht gute Erträge gab, eultivirt. Später wurde viel großkörniger Champagnerroggen als Saatgut importirt, der sich auch schnell im Lande verbreitete; da derselbe aber häufig auswinterte, auch die Roggenernten auffallend zurückgingen, so kehrte man nach und nach wieder zu den russischen und deutschen Roggensorten zurück. Am geringsten ist die dem Weizenbau gewidmete Fläche, die etwas über 17.000 Hektar oder 6 Procent der Gesammtackerarea des Landes beträgt; 3 7 Procent werden mit Winter-, 2 3 Procent mit Sommerweizen bebaut. Im Flachlande ist das Verhältniß des Winters- zum Sommerweizen 79 2 : 20 8 Procent der Weizenanbaufläche, im Vorgebirge 50 : 50 Procent; im Gebirge wird nur Sommerweizen gebaut. Die für die Weizen- production wichtigsten Landestheile sind das Dniestrplateau, das Pruththal und die südöstlichen Ecken des Landes am unteren Laufe des Suczawaflusses. Am häufigsten wird der rothkörnige Banaterweizen, seltener der rothbärtige Bictoriaweizen und in den minder günstigen Lagen gelber Kolbenweizen gebaut. Ziemlich viel wird ein rothbärtiger Wechsel- weizen, der abwechselnd einmal im Herbste und das andere Mal im Frühjahre angebaut wird, cnltivirt. Das Halmgetreide wird meistens gegen einen Schnitterantheil, der zehnten bis zwölften Garbe, gefechst und im Kreuze von je 15 Garben aufgestellt, von denen je zwei eine sogenannte „Klania", also 30 Stück ergeben; Klania ist überhaupt die Bezeichnung für 30 Stück, wie im Deutschen „Schock" für 60 Stück. Der Körnerbau ist in der Bukowina in Folge des Sinkens der Getreidepreise, des Steigens der Arbeitslöhne und theilweise des Mißrathens bald der einen, bald der anderen Frucht in den letzten Jahren im Rückgange begriffen. Die dem Körnerbau entzogenen Flächen sind vorwiegend dem Anbau der Futterpflanzen, dem Klee und der Luzerne, sowie dem Futterrübenbau zugewendet worden. Eine nicht unbeträchtliche Steigerung hat auch der Bau der Hülsenfrüchte erfahren. Der Rapsbau kommt in größerer Ausdehnung in einem Theile des Pruththales und auf dem Dniestrplateau vor, wo auch Fenchel cnltivirt wird, Buchweizen in den zum Vorgebirge gehörenden Gebieten und im Gebirge, Hirse im Moldawathale, im Quellen- gebiete der Suczawa, im Oberlauf des Sereth. In neuester Zeit hat mau sich vielfach dem Anbau des blauen Mohns mit sehr gutem Erfolge zugewendet. Die Kartoffel ist im ganzen Lande verbreitet; 22.000 Hektar, 7 6 Procent der Gesammtackerarea, sind dem Kartoffelbau gewidmet. Von dem durchschnittlichen Jahres- ertrag gelangen 47 Procent zum Eonfum, 37 Procent zur Viehfütterung und Branntwein- erzeugung und 16 Procent als Saatgut zur Verwendung. Die Brachfelder betragen durch- schnittlich bis 5 Procent der Gesammtackerfläche im Lande, jedoch ist das Verhältniß der Brache zum Ackerlande je nach den einzelnen Gebieten sehr verschieden.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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