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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 480 -
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480 Luczina vor. Der Gestütsposten Lucziua liegt in den Karpathen 101 Kilometer von Radantz entfernt. Bei anhaltend regnerischem und kaltem Wetter werden die Pferde in die ihnen zugewiesenen Stallungen eingetrieben, während dieselben bei günstigem Wetter Tag und Nacht im Freien verbleiben; überwacht werden die Gestüte durch berittene Csikos. Ein annäherndes Bild, wie die Gestütpferde im Rudel durch die berittenen, mit langen schweren Peitschenschnüren auf einem kurzen Stile (dem sogenannten Harapnik) versehenen, von den Gestütshunden begleiteten Csikosen geleitet, geführt und in Ordnung erhalten werden, bot die Exposition des Radautzer Gestütes vom 9. bis 13. August 1890 bei der land- und forstwirtschaftlichen Ausstellung in Wien. Ein fesselndes Bild bieten die einzelnen Gestütsabtheilungen, wenn dieselben von ihren entlegenen Weideplätzen zu dem iu der Nähe des Gestütspostens gelegenen sogenannten Salz- platze zu- und abgetrieben werden. Ein Gestüt ist kaum im Walde verschwunden, so erscheint ein zweites auf der Bildfläche, entweder in gemächlicher ruhiger Gangart, oder aber im wilden Jagen, Treiben und Spielen, was namentlich bei den Hengstenjahrgängen der Fall ist. Wird ein Gestüt durch irgend eine Veranlassung, ein heftiges Gewitter oder ein Raubthier, Bär oder Wolf, erschreckt, so ist es für den Csikos keine leichte und gefahrlose Aufgabe, den ihm anvertrauten Rudel von 100 und mehr Pferden zusammenzuhalten. Das Huzulengestüt ist das ganze Jahr in Luczina. Die Nachkommen der Hnznlen- race müssen zur Erhaltung des Typus, ihrer Raceeigeuschafteu, unter den gewohnten Verhältnissen aufwachsen, da sie sonst bald degeneriren. In Frassin, 44 5 Kilometer von Radautz, ist während des Sommers das sogenannte einjährige Hengstengestüt, in Tabora, 49 Kilometer von Radautz, das einjährige Stutengestüt, in Jswor, 83 Kilometer von Radautz und 18 Kilometer von Luczina, das zweijährige Stutengestüt untergebracht. Bei den Nachts im Freien lagernden Pferden wird ein großes Lagerfeuer errichtet, wodurch sich dieselben besser beisammenhalten und auch leichter von den Csikosen überwacht werden können. In kühlen Nächten benützen die Pferde das Lagerfeuer auch zu ihrer Erwärmung und es ist nicht uninteressant zu sehen, mit welcher Vorsicht sie dabei vorgehen. Die klimatischen und Aufzuchts-Verhältnisse bringen es mit sich, daß die Entwicklung des Radautzer Gestütspferdes, trotz der guten Fütterung, Wartung und Pflege, eine langsame ist. Nach erreichter Volljährigkeit dürfen aber auch Anforderungen an die Wider- stands- und Leistungsfähigkeit dieser Pferde in nicht gewöhnlichem Maße gestellt werden. Demnach erfreut sich das Radautzer Gestütspferd auch in der Armee eines sehr guten Rufes. Die alljährlich in beschränkter Zahl zur Erprobung an das k. und k. Militär-Reit- lehrer-Jnstitnt in Wien abgehenden jungen Hengste und Stuten erweisen sich in den meisten Fällen als gute Springer und als sehr geschickt und ausdauernd im Terrain.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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