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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 501 -
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501 Weststürme in Betracht, welche alljährlich in den bereits geplänterten Beständen bedeutende Würfe veranlassen. Im Jahre 1885 wurden durch einen von Ost kommenden Cyclon in den Wiznitzer-Storozynetzer und Radantzer Bezirken mehrere Tausende Hektar Wald- flächen geworfen. Nächst den Windbruchschäden sind alljährlich nicht unbedeutende Brandschäden zu verzeichnen, deren Ursprung theils der Nachlässigkeit der Waldarbeiter und Hirten, theils der Rodungssucht der bäuerlichen Bevölkerung zuzuschreiben ist. Ungeachtet der Fichteuborkeukäser und seine verwandten Arten in den Forsten allenthalben und in nicht unbedeutender Menge anzutreffen sind, ist bisher eine Borken- käfer-Calamität in größerem Umfange nicht vorgekommen. Der rapide Temperaturwechsel zur Zeit der Flugperioden und die niederen Temperaturen zu Beginn des Frühjahrs scheinen eine gefahrdrohende Vermehrung des Borkenkäfers zu verhindern. Nächst dem Fichtenborkenkäfer hat der Tannenborkenkäfer eine ziemliche Verbreitung im Lande erlangt und ist derselbe in den zu intensiv geplänterten Mischbeständen der Buche und Tanne häufig anzutreffen. Die Ausbreitung desselben wird jedoch durch rasche Ausnützung der von ihm angegriffenen Stämme stets verhindert. Der größte Feind der Wälder hierzulande ist leider der Mensch selbst. Von Forst - sreveln haben die Forste nur in jenen Orten des Landes zu leiden, wo kein Gemeinde- und Rusticalwaldbesitz vorhanden ist. Dagegen wird der Bestand der Privatforste von den Eigenthümern durch die forstwidrige Ausnützung derselben, durch übermäßige Ausübung der Viehweide und durch das Roden stark gefährdet und ist, um der Walddevastatiou Einhalt zu thun, angeordnet worden, daß 5.841 Hektar devastirte Waldflächen künstlich aufzuforsten seien, ebenso sind für 56.514 Hektar Waldflächen behördliche Vorkehrungen und Anordnungen zur Hintanhaltung ihrer weiteren Verwüstung erlassen worden. Hinsichtlich der Bewirthschaftung der Waldungen ist noch zu erwähnen, daß bei der Erwerbung der Bukowina durch Österreich eine Beaufsichtigung der Wälder nicht statt- gefunden hat. Erst im Jahre 1786 wurde für die Forste der Bukowina und namentlich für die des Religionsfondes ein eigenes Aufsichtsorgan bestellt. Das Militärärar, welches die Herrschaft Radautz iu Pachtung hielt, folgte 1792 mit der Anstellung eines Oberförsters, dreier Förster und dreier Forstknechte für die Überwachung der Forste und legte damit den Grund zur Einführung einer geregelten Wirthschaftsführung im Walde. Allmälig wurde dasForstpersouale auf den fondsherrschastlichen und den vom Staatsgestüte gepachteten, zur Herrschaft Radautz gehörigen Waldungen vermehrt. Bis zum Jahre 1818 fiel es dagegen keinem Privatwaldbesitzer ein, für die Bewirthschaftung und den Schutz seiner Wälder ein nur einigermaßen befähigtes Forstpersonale zu bestellen. Die Bestellung von Privatförstern und Waldhegern erfolgte erst über Anordnung der politischen Behörde in den Jahren 1818 und 1823; auch wurde jetzt auf die Waldvermessung und Schlageintheilung gedrungen,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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