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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 515 -
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515 Gewerbe, Industrie, Handel und Verkehr. Die ersten Nachrichten über den Verkehr und den Handel in der Bukowina reichen bis ins XII. Jahrhundert zurück. In dieser Periode scheint sich unter dem Schutze der slavischen Fürsten des östlichen Galiziens (Halicz), die ihre Oberhoheit zeitweilig auch über die Thäler des Sereth und des Pruth erstreckt hatten, längs dieser Flüsse nnd des Dniestr ein reger Handelsverkehr zwischen Byzanz, Ungarn, dem nördlichen Rußland und Böhmen entwickelt zu haben. Es geht dies aus einer Urkunde hervor, durch welche der Verlader Fürst Jwanko Rostislawicz im Jahre 1134 griechischen Kaufleuten von Mesembria gewisse Begünstigungen hinsichtlich der Entrichtung der Stapelzölle für ein- heimische, ungarische, russische und böhmische Waaren gewährte. Damals mochten anch manche Ortschaften als Halteplätze auf diesen Haudelswegeu entstanden sein, welche dnrch die mehr als ein Jahrhundert dauernden Mongolenstürme zwar vernichtet wurden, später jedoch, unter der Herrschaft der Moldauer Wojwoden, sich aus ihren Trümmern wieder erhoben und langsam aufblühten, nämlich Sereth, Snczawa und Czeruowitz: die ersten beiden als Haupt- und Residenzstädte der moldauischen Wojwoden, sowie als Sitze von Kirchenfürsten; letzteres als wichtige Prnthübergangsstelle und Verzollungsstätte. Die Ursache dieses Ausblühens ist zum großen Theile in der verständnißvollen Pflege zu suchen, welche die ersten Wojwoden dem Handel angedeihen ließen. Insbesondere war Alexander der Gute bestrebt, diesen wichtigen Zweig der Volkswirthschaft in jeder Hinsicht zu fördern. Den Lemberger Kaufleuten gewährte er werthvolle Erleichternngen bezüglich der Waarenverzollung. Suezawa entwickelte sich unter ihm z» einem Stapelplatz, von wo der Handel, der zumeist von Armeniern nnd Sachsen betrieben wurde, nach allen Richtungen seine Wege nahm: ostwärts über Jassy nach Tigine und Akierman, südlich über das sächsische Baja und Moldawitza-Wama (Wama soviel wie Zollschranke) nach Bistritz, über Bakan nach Kronstadt, über Berlad in die Walachei bis Braila, nördlich über Sereth und Czernowitz nach Lemberg, dann über Dorohoi und Chotin nach Kamieniee in Podolien. Ein Handelspfad oder Reitsteg führte von dem damaligen Dorfe Radantz durch das Suezawathal über den Kirlibach nach Sziget, sowie in das Thal der Bistritza und von da nach Rodua. Ein Heerweg ging endlich von Sereth den Fluß entlang über den Bauillabach in das Ezeremoszthal nnd über Kuty nach Mnnkäcs. Seidene nnd wollene Gewebe, griechische Weine uud Gewürze wurden aus der Tatarei bezogen, wohin wieder so wie nach Polen und Siebenbürgen Rinder, Schafe, Schweine und Häute geliefert wurden; aus Ungarn kamen Pferde, aus der Walachei Wolle, die Sachsen brachten Erzengnisse ihrer Gewerbe und kauften die Landesprodnete. Ein systematisches Zollgesetz regelte die Verzollung der einzelnen Ein- und Ausfuhrartikel. SU-
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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