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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 528 -
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528 Roggen und exportirten rund 30.000 Centner Mehl nach Deutschland, England und der Schweiz. Sonst bestehen an Industriebetrieben noch eine Rübölfabrik in Zuczka, zwei Mineralölraffinerien (in Lenkontz und Mitoka), ferner etwa 6 unbedeutende Essigerzeugungs- stätten, deren Betrieb kaum als Fabriksbetrieb bezeichnet werden kann. Eine Thon- waarenfabrik in Czeruowitz ist recht leistungsfähig und erzengt hübsche und preiswürdige glasirte Kachelöfen, Ziegel aus feuerfestem Thon und Bauornamente in Terraeotta. Endlich mögen noch die 61 im Lande bestehenden Ziegeleien, dann circa zehn bis fünfzehn Kalkbrennereien genannt werden. Die Glashütten sind bis auf eine (Nenhütte bei Czndyn), die nur Hohl- und ordinäres Tafelglas erzeugt, eingegangen. Die mit dem Montanwesen in Verbindung stehende Industrie anlangend, ist noch zu erwähnen, daß Stab- und Walzeisensorten im Eisenauer Walzwerk aus alten Eisenbahn- schienen und sonstigem Alteisen-Material erzeugt werden. Dieser Hüttenproceß kann selbstredend gegen die modernen Rasfinirwerke von Schlesien und Mähren nicht aufkommen, weshalb der Verkauf des Eisenauer Walzeisens (etwa 1000 Centner jährlich) sich fast ausschließlich auf die allernächste Umgebung beschränken muß. Zur Erzeugung von Guß- waaren besteht in Jakobeny ein Kupolofen, welcher aus angekauftem Gußbrucheisen nnter entsprechender Beimengung von Teschner hochgraphitischem grauem Gießerei-Roheisen diverse Potterie- und Commerz-Gußwaaren (circa 450 Centner) liefert. Als Brennstoff wird Karwiner Coaks verwendet. Die Gießerei profperirt gut. In Eisenau, Jakobeny und Wama werden Hauen, Krampen, Schaufeln (etwa 700 bis 800 Centner) zc. angefertigt, zu welcher Production hauptsächlich steirisches angekauftes Kratzeisen, dann Alteisen in Verwendung kommt. Eine Maschinenwerkstätte in Jakobeny, zumeist auf Herstellung von Maschinenbestandtheilen für Mühlen und Brettsägen beschränkt, liefert Arbeiten im Gesammtwerthe von ungefähr 10.000 fl. Ein wichtiger Factor der Bukowiner Volkswirthschaft ist auch heute noch der Handel. Während im Jahre 1804 nur 596Handelsbetriebe (inclusive Gast- und Schank- gewerbe) gezählt wurden, waren im Jahre 1872 bereits an 4000 vorhanden. Infolge der wirthschaftlichen Krise von 1873 ging auch der Bukowiner Handel zurück und den schwersten Schlag erlitt derselbe durch den 1886 erfolgten Ablauf des Vertrags- verhältnisses mit Rumänien. Erst in den letzten Jahren ist wieder eine Erholung und Zunahme der Handelsbetriebe zu constatiren. Gegenwärtig zählt das Land bereits ungefähr 7000 selbständige Handelsleute (Gast- und Schankgewerbetreibende mit etwa 1500 Betrieben eingerechnet). Auf die Entwicklung des Handels hat besonders die Aus- gestaltung der Commnnicationsmittel, dann die Verbesserung der Creditverhältnisse förderlich eingewirkt. Während noch anfangs der Siebziger-Jahre ein Zinsfuß von 30 Procent und mehr Hierlands nichts Seltenes war, wnrde einerseits durch Errichtung
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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