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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (6), Band 21
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34 Bauernfamilien nicht beliebt. Sie kleiden sich einfach, in dunkles Gewand; das Oberkleid der Frau ist fast identisch mit dem schwarzen Überrock des Mannes. Die Nahrung ist reichlich und Gastfreundschaft wird geübt, aber trotzdem ist der ungarische Bauer überaus sparsam. Im geselligen Verkehr ist er nicht nnterthänig und schmeichelt nicht, er hat Selbstbewußtsein, weiß aber sehr gut, was sich ziemt. Verfolgt man, von der Donau aus, das Granthal nordwärts, so betritt man bei dem Dorfe Csata das Gebiet des Barser Comitats. In dem Nachbardorfe Oroßka befindet sich eine bedeutende Zuckerfabrik, sie ist nicht nur die in ihrer Art beste, sondern auch die schönste im ganzen Lande. Das Gebiet der Fabrik ist 90 Joch groß, mit einem eigenen Eisenbahnnetz von 9 Kilometern; 24 elektrische Bogenlampen und 760 Glühlichter sind in Verwendung. Die Fabrik verarbeitet jährlich eine Million Metercentner Rüben nnd beschäftigt 500 Arbeiter. Sie besitzt eine eigene Schule und ein Krankenhaus, alle Einrichtungen sind mnstergiltig. Weiter oben grenzt an Oroßka die Abtei Leker. Diese nach dem Erlöser benannte Realabtei bestand schon im Jahre 1340, das Datum ihrer Stiftung ist unbekannt. Nördlich vou Oroßka liegt die Großgemeinde Zseliz. Ihre Hauptmerkwürdigkeit ist die gothische Kirche, die der Pfarrer Josef Rozfa in den Jahren 1885 bis 1888 aus selbstgesammelten Almosengeldern und seinem eigenen Vermögen stilgerecht wiederherstellen ließ. Die Apsis des Chores ist aus drei Seiten des Achteckes gebildet; die'Nordseite hat keine Fenster; bemerkenswerth ist das geschnitzte Saeramentshänschen, desgleichen vier Wandgemälde, deren eines italienische Arbeit aus der Anjon-Zeit ist. Ein anderes Bild ist ein Votivbild der 1380 verstorbenen Margarethe, Tochter des Michael Vesßös. Als Mensa des Hochaltars dient der mit Reliefs geschmückte Sarkophag eines römischen Centurio; er wurde 1736 im Schiff der Kirche ausgegraben. Weiter gegen Nordwesten liegt am Säribache der wohlhabende große Marktflecken Nagy-Sar lö (oder Nagy-Sallö), der einst unter der gutsherrlichen Gerichtsbarkeit des Erzbischoss vou Gran stand. Am 19. April 1849 erfocht hier das ungarische Heer einen blutigen Sieg. Als Schlachtfeld diente nicht nur das Gefilde, sondern in der Stadt selbst mußte jedes Haus, jeder Hof mit dem Bajonnett genommen werden. Auf dem Hauptplatze steht ein vom Comitat errichtetes Denkmal der dabei gefallenen Honveds. Gegenüber von Nagy-Sarlö liegt am linken Granufer die Ortschaft Nagy-Sarö, mit schönem Schloß und Park des Grafen Koloman Hnnyady. Über Nagy-Särö erhebt sich Veßele, das Urväternest der in Garam-Veßele heimischen Familie Kazy; der jetzige Besitzer, Johann Kazy, ist Obergespan des Comitats. An der Gran, auf einem die alluvialen Schichten durchbrechenden Trachytfelseu, liegt O-Bars (Alt-Bars), ehemals königliche Burg und durch 600 Jahre Hauptort des
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (6), Band 21
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (6)
Band
21
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1900
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.25 x 21.79 cm
Seiten
500
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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