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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (6), Band 21
Seite - 417 -
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417 Der Rnthene liebt seine Familie. Von der väterlichen Habe erben sämmtliche Kinder zu gleichen Theilen, doch kommt es bei der Theilung fast immer zum Zwist. Der Theil, der sich verkürzt glaubt, verkauft seine» Anspruch dem Juden, der dann auch die übrigen Geschwister ans dem Besitz hiuausprocessirt. Die Nutheneu sind keine so fruchtbare Rasse wie die Slovakeu, und haben auch selten eine so große Familie, wie die Szotaken in Zemplin. Bei der Geburt und überhaupt mit dem Neugeborueu wird der meiste Aberglaube getrieben. Sie haben gern viele Tauf- patheu (kum) und halten die Gevatterschaft lebenslang aufrecht. Die kleineu Kinder tragen lange Leinwandhemden und darüber im Winter eine kleine kurze Guba. In Folge dieser dünnen Bekleidung ist die Sterblichkeit unter dem kleinen Volke groß, Viele aber empfangen in diesem Alter die Keime ihrer späteren Krankheiten. Bei den Lemaken geht das junge Völkchen in die Spinnstube (veeei-mei). Bei den Blyachen ist ihnen der Sonntag-Nachmittag lieber und sie haben dann gewöhnlich eine große Tanzunterhaltung. Der heiratslustige Bursche pgrobok) schickt einen seiner Verwandten oder Bekannten (poslanee) zu den Eltern seiner Erwählten <Vö6<jani<M), um sie aus-" zuholen. Ein solcher Abgesandter wird im Jungfernhause immer bewirthet. In Mära- maros machen die Eltern des Mädchens allein den Eltern (ob?or) des Bräutigams eine» Besuch, und diese erwidern dann die Mahlzeit. Nachdem diese eingenommen ist, stellt sich der Unterhändler des Bräutigams ein und es beginnt der Handel nm die Mitgift (tokma). Können sie nicht übereinkommen, so wird nichts aus der geplante« Heirat. Hat aber die Unterhandlung Elfolg, so geht der Bräutigam mit dein Unterhändler, der nun sein Beistand ist, auf Brautwerbung (svatonki). Der Ringwechsel (?arueini) geschieht vor dem Priester. Die Trauung (vinöniM) fällt zuweilen nicht mit der Hochzeit (svachba) zusammen. In Märamaros beginnt die Hochzeit in beiden Hänsern (kusky) Abends, in Zemplin Morgens. Später geht der Bräutigam mit seinen Brautführern (äruöba) zur Braut hinüber, um den Blumenstrauß zu holen. Am Morgen gehen die Brautjungfern ((jru/.ky) mit den Brautführern unter Anführung des Beistandes aus, um Immergrün zu pflücken. Aus diesem wird der Brautkranz geflochten. Mittlerweile begibt sich der Bräutigam mit seinen Gästen ins Haus der Braut, wo beide bekränzt werden. Auf die Bekränzung folgt ein Gastmahl und nach diesem verabschiedet der Beistand die Braut. Die Eltern segnen ihre Tochter nnd der jnnge Gatte führt sein Weibchen unter dem Gesänge (latksnM) der Hochzeitsfrauen (nanaSIch in sein Haus. Gegen Abend oder am nächsten Morgen tragen die Eltern der jungen Frau ihre Ausstattung und die Haube hinüber, die der Neuvermählten aufgesetzt wird. Damit ist die Hochzeit zu Ende, obgleich die Lustbarkeiten mitunter fortdauern. Ungarn V/2. 37
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (6), Band 21
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (6)
Band
21
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1900
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.25 x 21.79 cm
Seiten
500
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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