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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (6), Band 21
Seite - 470 -
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470 wald bedeckte Berg gehört jetzt größtentheils dem Grafen Robert Zselenßky; seine südliche Flanke ist mit Reben bepflanzt. Salänk gehörte Franz Räköczi II., der hier im Jahre 1711 mit seinen Regierungsräthen die letzte Berathung hatte. Östlich von Salänk gelangt man in bergige, hügelige Gegend, unter arme Nuthenen, in deren Dörfern das Pfarrhaus der einzige bessere Bau ist, das Übrige aber aus strohbedeckteu Hütten von Holz oder Luftziegeln besteht. In neuerer Zeit ist die Regierung und auch die Gesellschaft bestrebt, die Lage der Ruthenen zu verbessern. Vorläufig bemüht man sich, die Entwicklung der Hausindustrie zu fördern. So ist in Olyvös eine Schafwoll-Vorschußanstalt ins Leben gerufen, so daß das Volk aus creditirter Schafwolle Grobtuchmäntel und Teppiche verfertigt, nach deren Verkauf es den Preis der erhaltenen Wolle recht pünktlich und gewissenhaft erstattet. In Veresmart , S a s v ä r und Pe te r fa lva wird das Volk in der Korbflechtern unter- wiesen. Die Kinder haben sich darin eine ganz besondere Fertigkeit angeeignet und flechten aus den Weidenruthen, die an den Theißufern reichlich wachsen, sehr brauchbare und hübsche Körbe für die Obstverseudung. Außerdem beschäftigt man das Volk mit der Verfertigung von Thonwaren, Hacken- und Sensenstielen, Besen und Wurfschaufeln, die Verwerthung aber wird durch eine organisirte Commission für Entwicklung der Industrie besorgt. Die bedeutendste Gemeinde der Ruthenen ist Magyar-Komjät , mit 2800 Ein- wohnern, die trotz des magyarischen Ortsnamens fast sämmtlich Ruthenen sind. Der Ort liegt auf mehreren Hügeln über dem fruchtbaren Borzsathale, das zum Theil schon dem Bereger Comitate angehört. Die neue griechisch-katholische Kirche ist die größte im Comitat. Bei Komjät dehnt sich der Vidras-Sumpf aus, ein etwa 10 Quadratkilometer großes Gebiet voll Weiden- und Rohrbestände, durch das vom Bereger Comitat her der Jlosvabach fließt. In Vidräs werden viel Krebse und Moorgrundeln gefangen und es wird auf Wildenten, Wildgänse und Fischottern gejagt. Nordöstlich von Magyar-Komjat liegen die Ortschaften Nagy-Räköcz nnd Kis-Raköcz. Von Nagy-Szöllös führen unter den Weingärten des Feketehegy entlang die Eisenbahn und eine gute Landstraße an die Theiß, wo zwei mächtige Brücken, eine östlich nach Kirälyhaza, die andere südlich nach Tekehäza führen. Jenseits der Eisenbahnbrücke ist in wenigen Minuten Kirälyhaza erreicht, eine große Station, wo die Züge von Debrezin und von Szerenes nach Märamaros-Sziget zusammentreffen. Der Ort liegt unter dem Nyaläber Burghügel in offenem Flachlande. Sein Name (Königshaus) kommt daher, daß nach der Überlieferung Wladislaus II. hier längere Zeit als Gast der Herren von Nyaläbvär geweilt hat.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (6), Band 21
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (6)
Band
21
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1900
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.25 x 21.79 cm
Seiten
500
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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