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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (6), Band 21
Seite - 474 -
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474 eingekeilt, die hier ebenso wie im Avassag und auf den Plateanx der Kövarer Gegend noch jetzt der Urbeschäftigung des Hirtenlebens obliegen und nebenbei im Taglohn arbeiten. Obgleich der Erzgehalt der an der Grenze von Märamaros aufsteigenden Berge schon dem vorgeschichtlichen Menschen bekannt sein mußte, ist doch die systematische Besiedelnng Nagybänyas und seiner Umgebung verhältnißmäßig spät erfolgt. Die geschichtlichen Spuren reichen bis in die Mitte des XIII. Jahrhunderts zurück. Durch Combination äußerer Umstände ergibt sich der Schluß, daß es die von Bela IV. nach der Mongolennoth hereinberufenen deutschen Ansiedler waren, die in den primitiven berg- männischen Niederlassungen am Fuße des Kereßthegy (Kreuzberg) das städtische Leben entwickelt haben. Die erste, 1327 datirte Urkunde nennt den Ort Szaßarbänya , nach einem am Fuße des Gutin entspringenden Flüßchen, der die Bergwerke mit der nöthigen Triebkraft versah und dessen schon in der Arpädenzeit bekannten Namen die Sprach- wissenschaft bisher nicht zu erklären vermochte. Da die Bürger von Szaßarbänya und Asßonypataka von König Ludwig dem Großen 1347 gemeinsam einen ihre alten Rechte erneuernden Privilegienbrief erhalten, so ist daraus zu schließen, daß diese beiden Namen, sowie die Benennung Nagybänya, lauter besondere Bergwerksniederlassungen bezeichneten, die nebeneinander entstanden waren und auf Grund der gemeinsamen Privilegien zu einer einzigen Stadt verschmolzen. Von der Mitte des XIV. Jahrhunderts an ist der Name der Stadt Asßonypataka (klivulus vominarum), deutsch aber Huugrifch-Neustadt, was nicht nur beweist, daß sie eine der späteren Colonisationen ist, sondern anch, daß das deutsche Gastvolk sich hier gleich von Anfang an mit Magyaren in die Bürgerrechte theilte, und gleichzeitig die interessante Erscheinung erklärt, daß diese Bergstadt von deutschem Ursprünge, abweichend von den übrigen Bergstädten, sich so von Grund aus magyarisirt hat. Wann die Benennung Nagybänya den uralten Namen Asßonypataka aus dem täglichen Gebrauch verdrängt hat (auf den Siegeln der Stadt steht noch jetzt der alte Name), das läßt sich nicht genau ermitteln. Jedenfalls steht dies im Zusammenhange mit der Entwicklung des Bergbaues, der schon im XV. Jahrhundert eine solche Blüthe erreicht hatte, daß Johann Hnnyadi die durch König Sigismnnd dem serbischen Despoten Stephan Lazarevics geschenkte Stadt und ihre Bergwerke im Jahre 1445 von Lazarevics Nachfolger Georg Brankovics mit Gewalt für sich zurückeroberte. Nagybänya vermehrte dnrch den reichen Ertrag seiner Bergwerke nicht nur die Macht des Hauses Hunyadi, sondern diente auch nach der Mohäcser Katastrophe, da sie als Pfand in die Hände Frater Georgs gelangte, der großzügigen Politik dieses genialen Staatsmannes als sichere Finanzbasis. Die siebenbürgischen Fürsten Stefan Bäthory, Gabriel Bethlen und Georg Raköczi l. sicherten sich in ihren Friedensverträgen mit den ungarischen Königen den Besitz vou Nagybänya immer dnrch besondere Punkte. Diesem Umstände und der Annahme
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (6), Band 21
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (6)
Band
21
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1900
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.25 x 21.79 cm
Seiten
500
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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