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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bosnien und Herzegowina, Band 22
Seite - 286 -
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286 sich wohl nur wenige dauernd hier an, hie und da dürfte es aber doch vorge- kommen sein, daß einer oder der andere dieser Funktionäre eine Familie begründete und in Bosnien blieb. Es kann somit die Frage aufgeworfen werden, ob diese geschichtlichen Thatsachen nicht auch auf die physische Beschaffenheit des Volkes in irgend einer Weise eingewirkt haben? Sowohl die tägliche Beobachtung, als nicht minder die bis jetzt vorliegenden anthropologischen Untersuchungen beantworten diese Frage im bejahenden Sinne. So findet man unter den Katholiken und Mohammedanern viel häufiger blondes Haar, blaue oder graue Augen und eine lichte Hant, als unter den Orientalisch-Orthodoxen, bei denen der dunkle Typus überhaupt überwiegt. Die zwei erstgenannten Konfessionen haben ferner viel mehr Vertreter des sogenannten Mischtypus als die letztere. Hiefür kommen wieder bei den Orthodoxen häufiger Individuen mit ovalem Gesicht vor, als bei den Katholiken und Mohammedanern. Die Beimengung fremder Elemente scheint bei den Mohamme- danern überdies bewirkt zu haben, daß man unter ihnen 10 Percent Nichtbrachycephaler antrifft, wohingegen die Brachyeephalie bei den Christen 95, beziehungsweise 96 Percent ausmacht. Endlich ist bemerkenswerth, daß die Katholiken, nach meinen Messungen wenigstens, etwas kleiner sind (1709 Millimeter) als die Mohammedaner (1725 Milli- meter) und die Orientalisch-Orthodoxen (1723 Millimeter), da bei den ersteren die verhältnismäßig meisten Kleinen (3'8 Percent) und Mittelhohen (35 6 Percent) vor- zukommen pflegen. Neben den Slaven, welche die Hauptmasse der heimischen Bevölkerung Bosniens und der Hercegovina ausmachen, sind nur wenige andere Elemente vertreten. Hierher gehören die Spaniolen, die Zigeuner und die Karavlahen. Die Mehrzahl der heute in Bosnien angesiedelten Spanio len stammt von 30 bis 40 Familien ab, welche im Jahre 1604 durch Nastali bin Mandjnr, den Banquier des Gouverneurs Baltadzi-Mehmed Pascha, aus Constantinopel und Salonichi nach Sarajevo gezogen wurden. Mehrere Familien sind später aus Rumelien, Serbien und Bulgarien eingewandert, einzelne endlich aus Padua und Venedig. Die Juden Bosniens sind durchwegs „Sefardim" und haben theils spanische, theils italienische Familiennamen, wie z. B. Alchali, Ehavejo, Albachari, Calderon, Danon, Gaon, Altaraz, Finzi, Montiljo, Maestro, Papo, Pereira, Pinto ?e. Unter einander bedienen sie fichder spanischen Sprache, die von Tureismen und Bosnicismen stark durchsetzt ist. In physisch anthropologischer Beziehung kann von den bosnischen Spaniolen das folgende Bild entworfen werden. Es sind mittelgroße (1644 Millimeter), häufig schmal- brüstige und nicht selten auch kleine Gestalten, unter denen eine hie und da vorkommende, breitschultrige Hünengestalt umfomehr auffällt. Ihre auf die Schädellänge redneirte Kopf-
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bosnien und Herzegowina, Band 22
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bosnien und Herzegowina
Band
22
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1901
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.34 x 22.94 cm
Seiten
536
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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