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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bosnien und Herzegowina, Band 22
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440 nur selten abgeht. Die Zahl der auf einer Bauernwirthschaft gehaltenen Thiere ist meist nach dem Höchstmaße der Ernährungsfähigkeit bestimmt, so daß in der Regel den ganzen Winter hindurch nur die kärglichste Ernährung der Thiere stattfindet. Mit Beginn des Frühjahres wird das gesammte Vieh ohne Unterschied des Alters und Geschlechtes auf die Weide getrieben. Von einer Leitung der Paarung ist nicht die Rede, so daß noch nicht entwickelte Vater- und Mutterthiere oft in einem widersinnig frühen Alter zur Fortpflanzung gelangen und durch Zeugung einer schwachen Nachkommenschaft zur Verschlechterung des Allgemeinwerthes der Race beitragen. Ferner wird auf den Mehrbedarf an Nahrung bei den Mutterthieren während der Trächtigkeitsdauer keine Rücksicht genommen, so daß die letzte Zeit der Trächtigkeit oft mit der Periode der größten Futternoth zusammmenfällt. In vielen Gegenden besteht unter den Bauern das Bestreben, sich gegenseitig nicht durch den bestgehaltenen und schönsten, sondern durch den zahlreichsten Viehstand zu überbieten, und so wird der Viehstapel mancher Bauernwirthschaft, um einen Dorf- genossen zu überflügeln, derart erhöht, daß dessen Überwinterung auch bei kärglicher Ernährung nicht mehr recht möglich und das Verkommen der Thiere, namentlich des jungen Nachwuchses, unausbleiblich ist. Durch die dauernde Einwirkung dieser Faetoren ist die Qualität derart gesunken, daß das Vorkommen tadelloser, zuchltanglicher Individuen zu den Seltenheiten gehört. Die in Bosnien und der Hercegovina vorkommenden Pferdeschlüge zeichnen sich durch eine außerordentliche Ausdauer, Härte und Widerstandsfähigkeit aus. Namentlich der in den gebirgigen Theilen des Landes von einzelnen Grundherren gezogene Neitschlag wird sehr geschätzt. Zur Zeit der ottomauischen Verwaltung wurden dnrch türkische Ossiciere und höhere Beamte Araberhengste als Reitpferde in das Land gebracht, welche später von den Begs und Agas angekauft und als Vaterpferde verwendet wurdeu. Auf diese Weise bildete sich der gegenwärtige, zweifellos aus der Kreuzung orientalischer Hengste und einheimischer Stuten hervorgegangene Pferdeschlag ans, dessen charakteristische Merkmale ein kleiner trockener Kops mit großen lebhaften Augen, kräftiger Rücken, kurze stämmige Gliedmaßen und breite Brust bei einer Höhe von 145 bis 148 Centimeter sind. Allerdings war dieser Schlag schon früher im Lande nur wenig verbreitet und fand sich zur Zeit der Oecupation nnr ganz spärlich vor, weil durch die vorausgegangenen vielen Aufstände und Kämpfe gerade das beste Pferdematerial aufgebraucht worden war. Die Pferde der Posavina, welche die Beimengung slavonischen Blutes deutlich erkennen lassen, sind wohl größer uud erreichen eine Höhe bis zu 154 Centimeter, besitzen jedoch, obwohl vorzüglich für den Zug geeignet, nicht jene Härte und Ausdauer wie die Pferde aus den Gebirgsgegenden. Der verbreitetfte Pferdeschlag ist das Tragthier, welches früher bei dem ausgesprochenen Gebirgscharakter des Landes und bei dem
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bosnien und Herzegowina, Band 22
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bosnien und Herzegowina
Band
22
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1901
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.34 x 22.94 cm
Seiten
536
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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