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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bosnien und Herzegowina, Band 22
Seite - 442 -
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442 Das Schafvieh Bosniens und der Hercegovina bildet den Hauptbestandtheil des Viehreichthums dieser Länder. Im ganzen Gebiete findet sich kein Bezirk, der nicht eine ansehnliche Schafzucht, theilweise neben dem Hornvieh, zum großen Theile aber als Haupt- zweig der Thierzucht aufzuweisen hätte. Die Schafe Bosniens und der Hercegovina stammen von dem über den größten Theil Asiens und einen Theil Europas verbreiteten Zackelschaf. Der durchschnittliche Milchertrag läßt sich auf 20—25 Liter jährlich schätzen. Der Fettgehalt der Milch ist ein besonders hoher und erreicht oft 9—10 Procent. Das Vließ besteht aus gröberen, oft bis 30 Centimeter langen Grannenhaaren und aus feineren eigentlichen Wollhaaren. Die vorherrschend gelblichweiß gefärbte Wolle ist infolge der fast gänzlichen Schntzlosigkeit gegen die Witternngsnnbilden eine mehr trockene, fettfchweißarme. Infolge der großen Länge und Festigkeit eignet sich diese Wolle ganz besonders zur Erzeugung der durch ihre Widerstandsfähigkeit wohlbekannten einheimischen Wollgewebe. Sie wird als Material zur Anfertigung gröberer Artikel anch auswärts gesucht und geschätzt. Die im Schweiße geschorene Wolle wird in schütter geflochtene, circa 1 20 Meter hohe und 0 70—0 80 Meter im Durchmesser haltende runde Körbe, die im fließenden Wasser stehen, gelegt und durch Treten mit den Füßen gereinigt. Einer der Hanptwäscheorte ist Livno, wo jedes Jahr zur Zeit der Schur große Massen ans verschiedenen Gegenden gebrachter Wolle auf diese Weise gereinigt werden. Die Ziegenzucht ist, obwohl die Regierung sie wegen ihrer Schädlichkeit für die Forstwirthschaft möglichst einzuschränken sucht, namentlich in der Hercegovina und den südlicheren Theilen Bosniens sehr verbreitet. Die außerordentlich geringen Ansprüche, welche die Ziege an Pflege und Nahrung stellt, haben es bewirkt, daß die Ziege auch in jenen Gegenden des Landes in größerer Zahl vorkommt, wo die Verhältnisse noch die Schafhaltung in vollem Maße gestatten würden. Die in einigen Bezirken Südbosniens verbreitete hornlose Ziege soll nach Angabe der Einwohner ägyptischen Ursprunges sein. Das durch die regelmäßige Schur der Ziegen gewonnene Haar wird im Lande selbst zn den verschiedensten Artikeln, als: Pferdedecken, Futter- und Fruchtsäcken, Seilen, Halftern zc. verarbeitet und verbraucht. Das Fleisch der Ziege, besonders der jungen, wird in großen Mengen im Lande consumirt und ist wegen seiner Billigkeit ein beachtenswerther Bestandtheil der Volksnahrung. Infolge der zahlreich vorhandenen ausgedehnten Hochweiden hat sich ein sehr ausgebreiteter Alpenbetrieb herausgebildet. In manchen Gegenden warten die Alpen- hirten mit dem Auftrieb nicht, bis die Gebirge schneefrei sind, sondern beginnen mit dem Schwinden der Schneedecke im Thale zu weiden und folgen mit ihren Herden bei fortschreitender Schneeschmelze der immer höher hinansteigenden Schneegrenze, um ihr im
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bosnien und Herzegowina, Band 22
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bosnien und Herzegowina
Band
22
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1901
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.34 x 22.94 cm
Seiten
536
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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