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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (7), Band 23
Seite - 172 -
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172 die „Promenade", mit einem Sommertheater und dem 18ö6 erbauten Dianabade, in der Nähe das stattliche neue Gebäude der staatlichen höheren Mädchenschule. Jenseits des Szamos, auf der die Promenade beherrschenden Höhe, erhebt sich die Citadelle. An der südlichen, ziemlich steilen Flanke dieser Anhöhe klimmen die Häuschen des Stadttheils Sänez-alja (unter der Schanze) hinan, während die Ostseite des Hügels mit Weingärten bepflanzt ist, zwischen denen sich jetzt auch hübsche Villen erheben. Zwischen dieser Villen- gruppe und dem Szamos liegt der Stadttheil Hidelve (Brückenkopf), jenseits des Szamos bis zum Szamosgrabeu der Stadttheil Ketvizköz (zwischen zwei Wassern). Jenseits des Szamosgrabens liegt an dessen rechtem Ufer eine Vorstadt, die aus der äußeren Ungar-, äußeren Mittel- und äußeren Wolfsgasse besteht; die beiden letzten heißen seit kurzem Honved- und Zapolyagasse. Alle diese Stadtheile zusammen führen den überlieferten Namen Höstät. Ihre Bewohner, die sogenannten Höstäter, bilden eine förmliche Specialität Klauseuburgs. Sie sind die Urbevölkerung der Stadt, haben sich aber weder in Sitten, noch in der Tracht der eigentlichen Bürgerschaft an- geschlossen. Sie sind ein Völkchen von Selbstgefühl, Muth und leicht aufflammendem Temperament. Ihre eigenthümliche alte Tracht besteht im Winter aus dem blauen „Mandli", der blauen Grobtuchhose und dem mit reicher Blumenzier ausgenähten Pelz, im Sommer aus der weiten weißen Leinen-„Gatya" und dem kurzen Leinenhemde, dazu dem schwarzen Rundhütchen und den hochhackigen Stiefeln mit Hufeisen. Auch die Höstäter Frauen haben dörfliche Tracht. Sie versehen seit Urzeiten den Klansenbnrger Markt mit Milch und Grünzeug. Das Höstäter Volk hat auch eine interessante sociale und humanitäre Vereinigung, die sechshundertjährige „Kalandosgesellschaft", deren Name vermuthlich von dem lateinischen eulendae herkommt, weil sie nämlich ihre Mitglieder gewöhnlich am ersten jedes Monats zu versammeln pflegten. In neuerer Zeit ist sie übrigens nur ein Leichenverein. Inmitten der Vorstädte liegt am rechten Ufer des Szamosgrabens die innere Stadt, mit einem Flächeninhalt von 95 Joch. Dies ist das eigentliche Klausenburg, dessen Mittelpunkt der ausgedehnte viereckige Hauptplatz mit der stolz aufstrebenden St. Michaels- Psarrkirche bildet. Von hier strahlen die Hauptstraßen der Stadt in vier Richtungen aus. Auf diesem Hauptplatze, jetzt König Matthias-Platz genannt, wird in Kurzem das Reiter- denkmal des Königs Matthias, ein schönes Werk Johann Fadruß', errichtet werden. Dem westlichen Hauptportal der Kirche gegenüber steht in der westlichen Häuserzeile das Pfarrhaus, ein zum Theil noch dem XV. Jahrhundert angehöriges Gebäude. Hier stieg Joseph II. ab, als er Klausenburg besuchte. In dieser Zeile steht auch das Baron Jösika'sche Haus, in dem jetzt die königliche Tafel untergebracht ist. In der südlichen Zeile erblickt man das um die Mitte des XIX. Jahrhunderts erbaute Stadthaus. In der östlichen Zeile fällt
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (7), Band 23
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (7)
Band
23
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1902
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.13 x 23.25 cm
Seiten
622
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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