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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (7), Band 23
Seite - 465 -
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465 und Wehklagen umschlägt. Weuu sich die Trauernden einigermaßen beruhigt haben, gehen sie sofort an die Vorbereitungen zur Beerdigung. Der Todte wird gewaschen und ange- kleidet, sein Kinn aufgebunden. An vielen Orten wird dem Manne das Hemd angelegt, das er bei seiner Trauung getragen, im Allgemeinen aber sein bestes Weißzeug. Die alten Frauen machen sich oft schon lange vorher das schöne „Starwhamd" zurecht. Der Todte wird in der größten Stube des Hauses aufgebahrt, und zwar mit den Füßen gegen die Thüre. Seine Verwandten, Freunde und Bekannten besuchen ihn der Reihe nach nnd bringen an manchen Orten auch Kerzen mit, die sie an der Bahre anzünden, nach kurzer Zeit aber wieder auslöschen und als Geschenk ans einen Tisch legen. Auch die Todtenwache ist gebräuchlich. Jedermann ist bestrebt, die Beerdigung möglichst glänzend zu machen. Während der Trauerceremonie liegt die Leiche im Hofe, mit den Füßen gegen das Thor. Die weiblichen Verwandten jammern laut, ja es kommt vor, daß sogar Klagefrauen gemiethet werden. Nach der Bestattung findet ein Leichenschmaus statt, der aber immer mehr außer Gebrauch kommt. Die ganze Nachbarschaft gibt dem Todten das Geleit auf den Friedhof. War der Todte ein Bursche oder ein Mädchen, so nimmt die Bruderschaft oder Schwesterschaft vollzählig an der Beerdigung theil. Volkspoesie. — Trotz der praktischen, nüchternen Denkart, die der sächsische Bauer nnter allen Umständen bekundet, und trotz der wenigen Spuren von Phantasie uud Empfindungsreichthum, die sein Alltagsleben aufweist, ist die sächsische Volksdichtung dennoch besonders an Märchen und Sagen ziemlich reich. Wie weit diese eigenes Erzeugnis sind, ist allerdings nicht recht festgestellt, einen Theil aber, die älteste Schichte derselben, haben sie sicherlich aus ihrer Urheimat mitgebracht. Dahin gehören wohl alle Mären, in denen sich Spuren der germanischen Mythologie finden, so die Mär vom „Rosenmädchen", worin verschiedene Züge an die Sage von Siegfried und Hilda erinnern. Dieses ursprüngliche Material erweiterte sich später unter dem Einfluß einer fortwähren- den Berührung mit der neuen, besonders rumänischen Umgebung, aber auch mit Deutsch- land. Dem letzteren Schlage gehören die sehr zahlreichen Thierfabeln an. Die Volkssagen sind meist zweifellos in der jetzigen Heimat entstanden, bei anderen aber deuten gewisse Züge aus der germanischen Mythologie auf deutschen Ursprnng hin. Es ist bezeichnend, daß mehr Sagen mit mythologischen Beziehungen vorkommen, als mit historischen. Die letzteren knüpfen sich zum großen Theil an die Einwanderung der Sachsen. Die Entstehung jeder Ortschaft beinahe hat zu einer solchen Sage Anlaß gegeben. Auch das spätere Leben des sächsischen Volkes war bewegt genug, um zahlreichen Sagen als Qnelle zu dieueu. Dazu kamen schließlich die Einfälle der Türken und Tataren, sowie die Knrutzenkriege, mit ihren wechselvollen, meist traurigen Ereignissen. Ungarn VI. 30
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (7), Band 23
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (7)
Band
23
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1902
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.13 x 23.25 cm
Seiten
622
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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