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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 1
Seite - 771 -
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Seite - 771 - in Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 1

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Am 13. März. 771 mit seiner Gnade, mit der sie getreu mitwirkte, und daher geläutert, wie das reinste Gold, aus der Feuerprobe hervorging. Sie entdeckte den gefahrvollen Kampf ihrer Oberin; und daran that sie sehr gut; denn einerseits erhielt sie von der klugen und erfahrnen Oberin heil- same Lehre, Tröstung und Aufmunterung; andererseits war selbst diese Aufdeckung ihrer Schwachheiten eine Uebung der tiefsten De- muth, und diese gefällt dem Herrn: „Dem Demüthigen gibt Er seine Gnade." Wahrend der Zeit des heißen Kampfes mit dem Feinde ihres Heils verdoppelte sie ihre Arbeiten, ihr Gebeth und ihr Fasten. Der strengen Abtödtungen ungeachtet, verwelkte nicht ihr blühendes Aussehen und ihre Wohlgestalt. Viele ihrer Mitschwcstern waren geneigt, diese Erscheinung für ein beständiges Wunder zu hal- ten. Andere dagegen ließen sich von niedriger Eifersucht, und von dem argen Neide gegen sie, ihrer Tugend wegen, bcschleichcn. Ei- nes Tages machte ihr eine derselben, Germana mit Namen, viele Vorwürfe, und hieß sie unter anderm eine Heuchlerin, die nur darum so viele Strenghciten ausübte, um mit der Zeit die Oberin des Klo- sters zu werden. Ganz gelassen erwiederte Euphrasia: „Unsere Obe- rin hat einer jeden aus uns befohlen, daß wir soviel arbeiten, und soviel fasten sollen, als es unsere Kräfte erlauben; es ist also meine Schuldigkeit zu thun, soviel ich kann." Dann warf sie sich der aufgebrachten Schwester zu Füßen, bat sie um Vergebung, und um ihr Gebeth. Die Oberin erfuhr den Vorfall, gab der Germana einen nachdrücklichen Verweis, und schloß sie zur Strafe auf einige Zeit von der Gesellschaft ihrer Mitschwestern aus; Euphrasia bat aber so lange und so inständig für sie, bis ihr die Strafe von der Oberin nachgelassen wurde. So zeigte die heilige Jungfrau, daß sie voll von jener heiligen Liebe sey, von welcher der heilige Paulus schreibt: „Die Liebe ist geduldig, ist langmüthig, ist gütig; die Liebe beneidet nicht, handelt nicht leichtsinnig, sie ist nicht aufgeblasen, sie handelt nicht unanständig, sie ist nicht eigennützig, sie geräth nicht in Zorn, sie denkt nichts Böses, sie erfreuet sich nicht über die U.i- gerechtigkeit, erfreuet sich aber über die Wahrheit, sie leidet alles, sie glaubet alles, sie hofft alles, sie überträgt alles. (1 . Kor. 13.) Die heilige Euphrasia wurde von Gott mit der Wundergabe be- gnadigt. Mit gutem Grunde mag man auch ihr ganzes Leben ein immerwährendes Wunder der Demuth, des Gehorsams, der Keusch- heit, der Abtödtung und der Liebe nennen. Sie war dreißig Jahre alt, als sie von Gott um das Jahr 410 zur ewigen Belohnung gerufen wurde. Nicht allein die Gott geweihten Jungfrauen, sondern alle Chri- sten sollen ihrem Herzen tief einprägen die Worte der heiligen Eu- phrasia: „Ich gehöre Jesu Christo an, und kann mich also keinem 49 *
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 1
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
1
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
900
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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