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Gemeinden immer weniger Obmänner oder Obfrauen für die Vereinsarbeit ge-
winnen. Einzelne Maßnahmen der Aktionslinie 6 scheinen sich im Zusammen-
hang mit den hier präsentierten Ergebnissen immer mehr als ein dringender
Bedarf zu entpuppen, nämlich:
- „Aufwertung von ehrenamtlichem Engagement und Freiwilligenarbeit
durch umfassende Anerkennungsverfahren für informell erworbene Fer-
tigkeiten und Kompetenzen;
- Ausbau der Freiwilligenzentren zu Anlauf- und Informationsstellen für
freiwilliges Engagement, als Vermittlungs- und Vernetzungsstellen sowie
zur Begleitung von Freiwilligen;
- Förderung und Ausbau der Aus- und Weiterbildung für Freiwilligenkoor-
dinatorInnen und FreiwilligenmanagerInnen zur Qualitätsentwicklung
und -sicherung“ (BMUKK et al. 2011: 35).
In soeben genannten erwachsenenpädagogischen Handlungsfeldern bewegen
sich vor Ort u.a. die Kärntner Bildungswerke, konfessionelle Bildungswerke
und Bildungshäuser sowie die Kärntner Volkshochschulen, die pädagogisch
allerdings in geringerem Maße am Gemeinwesen orientiert handeln/wirken
(vgl. Kellner 2013). Im Sinne einer erhöhten Sichtbarkeit einer am Gemeinwe-
sen orientierten Erwachsenenbildung und von Weiterbildungsangeboten auf
kommunaler Ebene tun sich in politischer, institutioneller und wissenschaftli-
cher Hinsicht Gestaltungsräume für eine (nationale und regionale) Unterstüt-
zung der Gemeinden auf.
These 2: Die Region wird zur Bezugsgröße und ersetzt urbane Maßstäbe
Die Bürgermeister sprachen in den Interviews offen ihren Unmut aus, wenn es
darum ginge, „top-down“ Hinweise zu erhalten bzw. wenn beispielsweise er-
wartet wird, dass Maßnahmen und Strategiepapiere lokal greifen. Bildung sei
nach deren Einschätzung meist zu elitär, eng oder zu fern von regionalen Be-
darfen gesetzt. Die These in Anlehnung an Ulrich Klemm (2013) unter dem
Stichwort Mentalitätsstruktur, die besagt, dass die Region zur Bezugsgröße
wird und urbane Maßstäbe ersetzt, trifft besonders auf dieses empirische Bei-
spiel von regionaler Umsetzung der nationalen Weiterbildungsstrategien in
Kärnten zu: Bildungsbedarfsanalysen und entsprechende (Zielgruppen-)Ange-
bote, so dokumentieren die Erfahrungsberichte der Bürgermeister, könnten nur
im Zusammenspiel aller (regionalen) Interessenvertretungen geschehen. Peter
Faulstich und Jana Trumann haben sich 2016 mit dem Thema kritisch ausei-
nandergesetzt:
„Wie mag eine Brücke zwischen Wissenschaftlichkeit und Verständlichkeit, zwischen Wis-
senserzeugung und Lebenserfahrung, zwischen wissenschaftlichem und alltäglichem Lernen
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Buch Lernprozesse über die Lebensspanne - Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern"
Lernprozesse über die Lebensspanne
Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern
Veröffentlicht mit Unterstützung der Fakultät für Kulturwissenschaften der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
- Titel
- Lernprozesse über die Lebensspanne
- Untertitel
- Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern
- Autoren
- Monika Kastner
- Jasmin Donlic
- Barbara Hanfstingl
- Herausgeber
- Elisabeth Jaksche-Hoffman
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- ISBN
- 978-3-8474-1467-4
- Abmessungen
- 14.7 x 21.0 cm
- Seiten
- 190
- Kategorie
- Lehrbücher