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Lernprozesse über die Lebensspanne - Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern
Seite - 179 -
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179 et al. (1987) in den USA über die Lebenslagen von Eltern mit Lernschwierig- keiten geforscht und dadurch gängige Vorurteile widerlegt, etwa, dass Men- schen mit Lernschwierigkeiten generell unfähige Eltern seien. Insbesondere in den USA, Australien, Großbritannien sowie Nordeuropa hat es in den letzten 20 Jahren diverse Forschungsprojekte über Elternschaft von Müttern und Vätern mit Lernschwierigkeiten gegeben und folglich wurden die Erkenntnisse dieser Forschungen auch in eine evidenzbasierte Praxis im- plementiert. In Kanada und Großbritannien haben diese Fortschritte dazu ge- führt, dass mittlerweile bereits Unterstützungsangebote aus Elternperspektive evaluiert werden (vgl. etwa Tarleton/Ward 2007). Im deutschsprachigen Raum hingegen gibt es bisher wenig Forschung zu diesem Thema, in Deutschland trug vor allem Pixa-Kettner mit zwei bundesweiten Studien (1996; 2007) dazu bei, die Lebenssituationen von Eltern mit Lernschwierigkeiten zu erheben und Konzepte „begleiteter Elternschaft“ zu initiieren. Methodologie und Methodik Die übergeordnete Forschungsfrage der Dissertation teilt sich in drei spezifi- schere Fragen, mit dem Ziel die Reproduktion von Behinderung im Kontext Elternschaft sowie Ressourcen und Barrieren für eine Elternschaft von Men- schen mit Lernschwierigkeiten zu erforschen. Zentral ist dabei, wie Mütter und Väter mit Lernschwierigkeiten Elternschaft erfahren bzw. als was sie Eltern- schaft erfahren. Aufgrund der Relevanz diskursiver Praktiken für die (Re-)Pro- duktion von Behinderung ist es erforderlich, auch die Erfahrung von Fachkräf- ten, welche bereits Eltern mit Lernschwierigkeiten in der Elternrolle begleitet haben, miteinzubeziehen. Zudem geht es um den elementaren, öffentlichen Diskurs über Elternschaft von Menschen mit Lernschwierigkeiten. Für diese Fragestellungen bedarf es verschiedener methodischer Werk- zeuge. Epistemologischer Ausgangspunkt ist eine Hermeneutik des Verste- hens, wobei ich mich u.a. auf Gadamer (1960/2010) beziehe, der ein stetiges „Entwerfen“ von Sinn im Zuge eines hermeneutischen Zirkels des Verstehens beschreibt. Aufgrund der Erfahrungs-Orientierung meiner Arbeit spielt zudem die Phänomenologie eine zentrale Rolle, denn die Erforschung dessen was eine Person als etwas erfährt, setzt die Frage danach wie etwas erfahren wird voraus (vgl. Brinkmann 2015). Bei der methodischen Herangehensweise orientiere ich mich daher zum ei- nen an der Interpretativen Phänomenologische Analyse (IPA) nach Smith et al. (2009), die hermeneutische und phänomenologische Aspekte miteinander verknüpft. Zum anderen orientiere ich mich für die Erforschung öffentlicher Diskurse an der Wissenssoziologische Diskursanalyse (WDA) nach Keller
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Lernprozesse über die Lebensspanne Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern
Veröffentlicht mit Unterstützung der Fakultät für Kulturwissenschaften der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Titel
Lernprozesse über die Lebensspanne
Untertitel
Bildung erforschen, gestalten und nachhaltig fördern
Autoren
Monika Kastner
Jasmin Donlic
Barbara Hanfstingl
Herausgeber
Elisabeth Jaksche-Hoffman
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-8474-1467-4
Abmessungen
14.7 x 21.0 cm
Seiten
190
Kategorie
Lehrbücher
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