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LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Limina - Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2
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238 | www.limina-graz.eu Karl Farmer | Warum handelspolitischer Protektionismus wieder politikmächtig und wirtschaftliche Freiheit zum Phantom wurden seit 1973 durch Angebot und Nachfrage auf den Devisenmärkten bestimmt und nicht mehr von den nationalen Zentralbanken fixiert. Günstige natio- nale Produktionskosten (ein wichtiger Angebotsfaktor) erhöhen den realen Wert der heimischen Währung. Zweitens hat der technische Fortschritt in den Nachkriegsjahrzehnten zu einem dramatischen Sinken der Transport- und Kommunikationskosten zwischen den damals führenden Industrielän- dern (ohne Ostblock und kommunistisches Asien) geführt, was Ländern mit günstigen Angebotsfaktoren größere Vorteile verschaffte. Drittens haben die schlechten Erfahrungen, welche die Länder der „freien“ Welt mit der keynesianischen Nachfragepolitik machten, die Vorzüge einer Politik der Angebotssteuerung über Senkung der Spitzensteuersätze, Deregulierung privater Wirtschaftsaktivität und Privatisierung staatlicher Unternehmen in das Blickfeld wirtschaftlicher Freiheit zugeneigter Wirtschaftspolitiker (Reagan, Thatcher) gerückt. Viertens hat der Zusammenbruch des Bretton- Woods-Systems mit seiner strikten Beschränkung internationaler Kapi- talbewegungen den Weg für internationale Kapital bewegungen nach rein ökonomischem Kalkül freigemacht: Ein nationalstaatlich gesteuertes Fi- nanzwesen wurde zu einem global marktgesteuerten. All das hat den Ak- tionsradius nationaler Fiskalpolitik zur Sicherung von Vollbeschäftigung und einer gleichmäßigen Einkommensverteilung deutlich eingeschränkt, es kam zu dem von Winkler (2017, 123) in Anlehnung an Rodrik (2011) be- dauerten Kontrollverlust nationaler Makropolitik. Von nun an war die nationale Produktions- und Beschäftigungsentwick- lung stark von der Entwicklung der Weltwirtschaft abhängig. Diese wurde nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, dem Fall des Eisernen Vor- hangs, der Europäischen Integration und dem WTO-Beitritt Chinas sowie der Öffnung anderer bevölkerungsreicher asiatischer Länder (wie Indien) gegenüber dem Weltmarkt um ca. 1.6 Milliarden Anbieter von Arbeitsleis- tungen größer. Außerdem bot die nun weltweit starke Verringerung der in- ternationalen Transport- und Kommunikationskosten den Unternehmen in den hoch entwickelten Ländern mit hohen Lohnkosten die Möglichkeit, die Produktion in das billigere Ausland zu verlagern. Dies kostete heimische Arbeitsplätze, die von relativ weniger qualifizierten Arbeitskräften besetzt waren. Außerdem hat der technische Fortschritt, der mit Computerisierung, Digitalisierung und dem worldwide web einherging, die Nachfrage nach hochqualifizierten Arbeitskräften beschleunigt und deren Löhne in die Höhe Kontrollverlust nationaler Makropolitik
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Limina Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2
Titel
Limina
Untertitel
Grazer theologische Perspektiven
Band
2:2
Herausgeber
Karl Franzens University Graz
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 4.0
Abmessungen
21.4 x 30.1 cm
Seiten
267
Kategorien
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