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LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Limina - Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2
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241 | www.limina-graz.eu Karl Farmer | Warum handelspolitischer Protektionismus wieder politikmächtig und wirtschaftliche Freiheit zum Phantom wurden Marktwirtschaft unterstützen. Für den binnenwirtschaftlichen Rückzug des interventionistischen Staates über Steuersenkungen und Deregulierung nimmt man außenwirtschaftliche Freiheitsbeschränkungen wie jetzt in den USA hin. Statusverlust und die Präferenz für protektionistische Außenhandelspolitik Winkler (2017) führt die Wiederkehr protektionistischer US-Außenhan- delspolitik auf die Untätigkeit der US-Regierungen vor Trump, den Ver- lust von US-Industriearbeitsplätzen durch eine supranationale Vollbe- schäftigungs- und Umverteilungspolitik abzufedern, zurück. Dazu ist es in der Zeit vor Trump nicht gekommen und wird es auch in naher Zukunft nicht kommen. So bleibt nur innerstaatliche Umverteilung, aber mit Erich Weede (2018, 99) ist zu bezweifeln, ob „innerstaatliche Umverteilung zu- gunsten der Verlierer von Freihandel ausreicht, um die politischen Fol- gen der ‚schöpferischen Zerstörung‘ (im Sinne Schumpeters) aufzufan- gen“. Noch dazu, wenn es gar nicht die individuellen Job- und Einkom- mensverluste der von der Globalisierung „Abgehängten“ waren, welche die Wahlentscheidung für Trump und gegen Clinton bestimmt haben, wie Diana Mutz (2018) in einer vergleichenden empirischen Analyse von Wählermeinungsbefragungen vor den Präsidentschaftswahlen 2012 und 2016 zeigt. Es waren vielmehr Ängste, den hohen sozialen Status als Män- ner mit weißer Hautfarbe und christlichem Bekenntnis im Nordosten und mittleren Westen der USA („rust belt“) zu verlieren, die diese im Vergleich zur Wahl 2012 eher Trump und nicht Clinton wählen ließen. Das Gefühl, in seinem erreichten Status bedroht zu sein, erzeugt Abwehrre- aktionen. Die erste ist, dass der status quo ante sowie hierarchische soziale und politische Arrangements attraktiver werden. „Thus, conservatism surges along with a nostalgia for the stable hierarchies of the past.“ (Mutz 2018, 331) Die zweite Abwehrreaktion besteht darin, die dominante eigene Gruppe zu verteidigen, Konformität der Gruppenmitglieder mit den Gruppennormen zu betonen und andere gesellschaftliche Gruppierungen abzuwerten („wir“ und „die“). Man fühlt sich gut, wenn man zur dominanten Gruppe gehört, und, um diesen Zustand zu erhalten, werden bei Bedrohung kostengüns- Das Gefühl, in seinem Status bedroht zu sein, erzeugt Abwehrreaktionen.
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Limina Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2
Titel
Limina
Untertitel
Grazer theologische Perspektiven
Band
2:2
Herausgeber
Karl Franzens University Graz
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 4.0
Abmessungen
21.4 x 30.1 cm
Seiten
267
Kategorien
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