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LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Limina - Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2
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242 | www.limina-graz.eu Karl Farmer | Warum handelspolitischer Protektionismus wieder politikmächtig und wirtschaftliche Freiheit zum Phantom wurden tige Maßnahmen wie die Stimmabgabe für Politiker, die versprechen, die Statusbedrohung zu beseitigen, ergriffen. Zwei Bedrohungen des gefühlten Gruppenstatus sind in den USA nach Mutz (2018) besonders stark: Erstens das Gefühl, als Weiße gegenüber den aufsteigenden andersfarbigen Mitbür- gern sich im Abstieg zu befinden. Zweitens fühlen sich weiße US-Amerika- ner von der wachsenden Abhängigkeit vom Ausland bedroht. Dieses Gefühl wird bestätigt durch ökonomische Daten, dass die USA bald nicht mehr die größte Volkswirtschaft der Welt sind und in nicht allzu ferner Zukunft China und Indien den Vortritt lassen müssen. Dazu kommt, dass circa die Hälfte der US-Bevölkerung der Meinung ist, dass der Handel mit dem Aus- land (insbesondere mit China) Jobs im Ausland zu Lasten amerikanischer Arbeitsplätze schafft. Der Außenhandel wird als Null-Summen-Spiel (= was der eine gewinnt, verliert der andere) gesehen, eine Sicht, die eine Bedro- hung für die US-Dominanz darstellt. 2016 haben sich erstens deutlich mehr Wähler und Wählerinnen als 2012 für die eher konservative republikanische Partei ausgesprochen und zwei- tens haben 2016 erkenntlich mehr Wähler und Wählerinnen als 2012 den internationalen Handel negativ bewertet. 2016 war überdies der Abstand zwischen der durchschnittlichen Wählermeinung zum Außenhandel und der wahrgenommenen Position des Präsidentschaftskandidaten bei Trump deutlich geringer als bei Clinton. Daraus schließt Mutz (2018, 334), „that it was change in how candidates positioned themselves on status threat- related issues […] that predicted increasing support for the Republican candidate in 2016.“ Und: „[T]he candidates’ changing relative positions on trade account for the greatest net impact on Trump support.“ (Mutz 2018, 336) Nicht so sehr die ökonomischen Probleme in den alten US-Industrie- gebieten, sondern die Gefühle der Statusbedrohung der bisher dominanten Bevölkerungsschicht haben die Präsidentschaftswahl 2016 entschieden. Trumps Wahlslogans waren näher als die seiner Konkurrentin an Positionen der statusbedrohten Amerikaner und Amerikanerinnen. Identitätspolitik und protektionistische Außenhandelspolitik Diese Ergebnisse der empirischen Untersuchung von Mutz (2018) weisen auf die Bedeutung von Gruppenstatus bei der Bildung politischer Präferen- zen hin. Diesen Hinweis berücksichtigen einige neue Arbeiten von Wirt- schaftstheoretikern (Gene M. Grossman und Elhanan Helpman [2018]; Nicola Gennaioli und Guido Tabellini [2018]), in denen diese psychosoziale
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Limina Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2
Titel
Limina
Untertitel
Grazer theologische Perspektiven
Band
2:2
Herausgeber
Karl Franzens University Graz
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 4.0
Abmessungen
21.4 x 30.1 cm
Seiten
267
Kategorien
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