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LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Limina - Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2
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246 | www.limina-graz.eu Karl Farmer | Warum handelspolitischer Protektionismus wieder politikmächtig und wirtschaftliche Freiheit zum Phantom wurden als sozialer Gruppe identifizieren oder nicht, oder sie identifizieren sich mit der Nation oder nicht. Ähnlich können sich geringer qualifizierte Indi- viduen mit der Mittelklasse oder der Nation bzw. mit keinem oder mit bei- dem identifizieren. Von besonderem Interesse sind Situationen, in denen eine Veränderung im politischen oder wirtschaftlichen Umfeld zu einer Änderung des Identifi- kationsregimes führt. Ein markantes Beispiel ist die von Mutz (2018) fest- gestellte Änderung in den Wählerpräferenzen zwischen 2012 und 2016, die meist als ein Wiederaufleben von „Populismus“ interpretiert wird. Mül- ler (2016, 40) folgend, ist Populismus „a specific form of identity politics in which a group of voters rejects the elite members of society’s claims to moral legitimacy“. „Populists do not just criticize elites; they also claim that they and only they represent the true people.“ (Ebenda) Populistische Politiker befürworten Politiken, die ihrer Meinung nach zu Recht die Inter- essen der „korrupten“ Segmente der Gesellschaft missachten, während sie den Interessen des „realen“ Volkes („kleinen Mannes“) dienen. Um den Schwenk zum Populismus im Modell abzubilden, starten Gross- man und Helpman (2018) mit einem Identifikationsregime, in dem sich die geringer Qualifizierten nicht nur als (untere) Mittelklasse, sondern sich mit der gesamten Bevölkerung eines Landes, also auch den höher Qualifizierten, identifizieren. Infolge einer populistischen Revolution ändert sich das Identi- fikationsregime. Die geringer Qualifizierten hören auf, sich mit all ihren Mit- bürgern und Mitbürgerinnen zu identifizieren, sondern sie setzen die „Na- tion“ mit ihrer eigenen Bezugsgruppe gleich. Die Autoren beschreiben genau die Änderungen in den Modellparametern, die eine solche Veränderung im Identifikationsregime bewirken und untersuchen die Konsequenzen für die Außenhandelspolitik im sozialen Identifikationsgleichgewicht. Sie können zeigen, dass das neue Identifikationsregime einen diskreten Sprung zu einem hohen Importzoll induziert. Um die Logik hinter diesen Ergebnissen besser verständlich machen zu können, wird die Modellwirtschaft etwas genauer beschrieben. Materiel- len Nutzen beziehen sowohl die geringer als auch die höher Qualifizierten aus dem Konsum des Exportgutes und des anderen Gutes, das sowohl im Inland produziert als auch aus dem Ausland importiert werden kann (z.  B. Autos). Das typische Wirtschaftssubjekt in der kleinen offenen Volkswirt- Veränderungen im politischen oder wirtschaftlichen Umfeld können zu einer Änderung des Identifikationsregimes führen.
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Limina Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2
Titel
Limina
Untertitel
Grazer theologische Perspektiven
Band
2:2
Herausgeber
Karl Franzens University Graz
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 4.0
Abmessungen
21.4 x 30.1 cm
Seiten
267
Kategorien
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