Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Zeitschriften
LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Limina - Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2
Seite - 248 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 248 - in Limina - Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2

Bild der Seite - 248 -

Bild der Seite - 248 - in Limina - Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2

Text der Seite - 248 -

249 | www.limina-graz.eu Karl Farmer | Warum handelspolitischer Protektionismus wieder politikmĂ€chtig und wirtschaftliche Freiheit zum Phantom wurden In der Abb. 1 ist auf der waagrechten Achse der Inlandspreis des Import- gutes p und auf der senkrechten Achse das davon abhĂ€ngige Gesamtnut- zenniveau aufgetragen. In der Abbildung sind vier stark gezeichnete und eine unterbrochene, umgekehrt U-förmige Kurven dargestellt, welche die VerlĂ€ufe der Gesamtnutzenfunktion fĂŒr die vier Identifikationsregimes (0,0), (0,1), (1,1), (1,0) sowie (1,1)‘ zeigen. Die ganz linke Kurve, mit (0,0) bezeichnet, entspricht dem Identifikationsregime, in dem sich weder die geringer noch die höher Qualifizierten mit der Nation identifizieren. Die von links nach rechts gesehen nĂ€chste Kurve, die mit (0,1) bezeichnet ist, symbolisiert das Identifikationsregime, in dem sich nur die geringer Qua- lifizierten auch mit der Nation identifizieren. Die in der Mitte gelegene Kurve, die mit (1,1) indiziert ist, entspricht dem Identifikationsregime, in dem sich sowohl die weniger als auch die höher Qualifizierten auch mit der Nation identifizieren. Die am weitesten rechts befindliche Kurve stellt das Identifikationsregime (1,0) dar, in dem sich nur die höher Qualifizierten mit der Nation identifizieren. In Abb. 1 wird das globale Nutzenmaximum zunĂ€chst beim Inlandspreis p(1,1) mit dem Zollsatz    t(1,1)  =  [p(1,1)–q]/q    erreicht. Wenn die Politiker diesen Zollsatz festlegen, kann man zeigen, dass sich die beiden WĂ€hler- gruppen mit dem herrschenden Identifikationsregime im Eigeninteresse identifizieren. Das gilt auch fĂŒr die Inlandspreise p(0,1) und p(1,0), und auch fĂŒr die Freihandelspolitik, bei welcher    t(0,0)  =  0    und daher    p(0,0)  =  q    ist. Wird das globale Nutzenmaximum bei einem Zollsatz von Null erreicht, identifizieren sich beide Qualifikationsgruppen jeweils nur mit ihrer eige- nen sozialen Gruppe, aber nicht mit der Nation als Ganzes. Der optimale Zoll ist wie ohne soziale Identifikation gleich Null, obwohl sowohl die weni- ger wie auch die höher Qualifizierten sich mit der jeweils eigenen sozialen Gruppe identifizieren, d.  h. sich um das Wohlergehen der anderen in der eigenen Gruppe sorgen. Es kommt dennoch zu keiner Protektion der heimi- schen Wirtschaft, weil die Interessen der weniger Qualifizierten genau den Interessen der höher Qualifizierten entgegengesetzt sind und sich ihre Inte- ressen neutralisieren: WĂ€hrend die weniger Qualifizierten einen Zoll gegen- ĂŒber dem Freihandel prĂ€ferieren, möchten die höher Qualifizierten einen negativen Zoll (= Einfuhrsubvention). Wird dagegen das globale Nutzenmaximum bei p(1,0) erreicht – hier iden- tifizieren sich nur die höher Qualifizierten mit der Nation –, dann enthĂ€lt die zu maximierende Nutzenfunktion neben dem aggregierten materiellen Nutzen eine Komponente, die mit der Lohndifferenz abnimmt. Das sind die psychischen Kosten fĂŒr die höher Qualifizierten, wenn sie sich nicht nur mit
zurĂŒck zum  Buch Limina - Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2"
Limina Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2
Titel
Limina
Untertitel
Grazer theologische Perspektiven
Band
2:2
Herausgeber
Karl Franzens University Graz
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 4.0
Abmessungen
21.4 x 30.1 cm
Seiten
267
Kategorien
Zeitschriften LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Limina