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LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Limina - Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2
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258 | www.limina-graz.eu Karl Farmer | Warum handelspolitischer Protektionismus wieder politikmächtig und wirtschaftliche Freiheit zum Phantom wurden Im Unterschied dazu hat sich in den 1980er-Jahren die US-Bevölkerung nur mit einkommensschwach oder einkommensstark identifiziert, die an- deren beiden Identifikationsdimensionen waren nur latent. Als der Kon- flikt über die kulturelle Dimension in den 1990er-Jahren manifest wurde, hat das die Übernahme neuer kultureller Identitäten begünstigt. Das hat insgesamt die gesellschaftliche Polarisierung beschleunigt, weil Kultur ihrer Natur nach breite Bereiche umfasst. Das und die schärfere Importkonkur- renz aus China hat auch den Konflikt zwischen Gewinnern und Verlierern offener Grenzen verschärft und neue Identitäten in Bezug auf Wohnort und Beschäftigungssektor entstehen lassen, die mit der Wertschätzung für lokale Orte und Regionen korreliert sind. Zum Schluss: Sozialer Konservatismus und handelspolitische Protektion aus naturrechtlich-wirtschaftsliberaler Sicht Der Abtausch materiellen gegen psychosozialen Nutzengewinn und die kul- turelle Prädisposition für lokale „Gemeinschaftswerte“ machen verständ- lich, warum nach einer Phase gesellschafts- und außenhandelspolitischen Liberalismus’ sozialer Konservatismus und außenhandelspolitische Protek- tion politikmächtig wurden. Offen bleibt jedoch die Frage, ob die weißen, evangelikalen Christen, die zu über 80 Prozent Trump wählten, der für konservativ-christliche Gesellschaftspolitik und außenwirtschaftliche Protektion auftrat, ihre Stimme nur zur Stärkung ihres Selbstwertes, wie bisher suggeriert, abgegeben haben. Vermutlich haben sie auch für Trump und gegen Clinton gestimmt, damit in der politischen Arena jemand für höchste moralische Güter wie z.  B. das Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod eintritt. Dabei handelt es sich nicht nur um einen lokalen Gemeinschaftswert, sondern nach dem Naturrecht um einen uni- versalen Wert, der mit der Natur und der Würde jedes Menschen (auch des Ungeborenen) untrennbar verknüpft ist. Es gibt also Güter, die auch einem psychosozial erweiterten Nutzenkalkül nicht unterworfen werden dürfen. Zur Einsicht in die Unverletzlichkeit menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod sind Christinnen und Christen vermutlich leichter fähig als Nicht-Christen, aber nach der Naturrechtslehre sind alle Men- schen befähigt, „of distinguishing reasonable and unreasonable choices and better and worse value judgements“ (Mahoney 2003, 560). Wenn dies zutrifft, ist es wohl nicht ganz aus der Luft geholt zu vermuten, dass der typische Trump-Wähler auch gegen eine wirtschaftliche Freiheit
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Limina Grazer theologische Perspektiven, Band 2:2
Titel
Limina
Untertitel
Grazer theologische Perspektiven
Band
2:2
Herausgeber
Karl Franzens University Graz
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 4.0
Abmessungen
21.4 x 30.1 cm
Seiten
267
Kategorien
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