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LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Limina - Grazer theologische Perspektiven, Band 3:2
Seite - 177 -
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177 | www.limina-graz.eu Elisabeth Zissler | Digitale Kränkung? Harald Seubert stellt die Digitalisierung als umfassende mediale Verände- rung sogar auf eine Ebene mit der Erfindung des Buchdrucks (vgl. Seubert 2019). Die digitale Gesellschaft tritt jedenfalls als eine Kommunikationsgesell- schaft in Erscheinung, in der Menschen permanent über Medien mit un- glaublich vielen anderen Menschen, oder einem technischen Gegenüber, kommunizieren. Zudem setzt mit der digitalen Revolution auch das Infor- mationszeitalter ein, das angesichts der starken Verbreitung von Fake News und nicht gesichertem „Wissen“ zugleich auch als Desinformationszeit- alter klassifiziert werden könnte. Disziplinenübergreifende Verortung Der Zugang zu digital gespeichertem Wissen steigt ab den frühen 2000er- Jahren enorm an, womit zugleich das digitale Zeitalter eingeläutet wird. Ab diesem Zeitpunkt fangen verschiedene Disziplinen (nicht nur die Infor- matik) an, die Auswirkungen der Digitalisierung in ihren jeweiligen For- schungskontexten zu untersuchen. So kann der Digital Turn unter anderem in folgenden Wissenschaftsberei- chen verortet werden: im Bereich der Bildungswissenschaften (z. B. digi- tales Lernen und „Bildung per Mausklick“), in den Medien- und Politik- wissenschaften (z. B. Entwicklung von Medienkompetenz, Auswirkung von Social Media auf demokratische Prozesse), in der (Technik-)Philo- sophie (z. B. Reflexion der Mensch-Maschine-Beziehung), in der Sozio- logie (z. B. Einsatz von Robotern in der Arbeitswelt, Auswirkungen von Social Media auf zwischenmenschliche Beziehungen), in den Wirtschafts- wissenschaften (z. B. weltweiter Einfluss von Digitalkonzernen, neue For- men des Wirtschaftens: Block Chains), in der Raum- und Stadtforschung (z. B. Entwicklung von Smart Cities), in den Mobility Studies (z. B. autono- mes Fahren im Kontext von Transport und Fortbewegung), in den Pfle- gewissenschaften (z. B. Einsatz von Social Robotics), in Ethik und Theo- logie (z. B. Auseinandersetzung mit Konzepten der Selbstoptimierung, Stichwort: Enhancement und Transhumanismus, Herausbildung einer digitalen Ethik). Die Digitalisierungsthematik kristallisiert sich zudem als Hot Spot des in- terdisziplinären Diskurses heraus, wie etwa die Plattform Homo Digitalis – Die digitale Gesellschaft als Kommunikationsgesellschaft
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Limina Grazer theologische Perspektiven, Band 3:2
Titel
Limina
Untertitel
Grazer theologische Perspektiven
Band
3:2
Herausgeber
Karl Franzens University Graz
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 4.0
Abmessungen
21.4 x 30.1 cm
Seiten
270
Kategorien
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