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LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Limina - Grazer theologische Perspektiven, Band 3:2
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194 | www.limina-graz.eu Viera Pirker | „#monthoftherosary“. Theologische Rekonstruktion zu einem Instagram Image 1 Forschungskontext Religiöse Individuen und Gruppen, die religionsbezogen in Social Network Sites wie Facebook, Twitter, Instagram und YouTube kommunizieren, prä- gen die gesellschaftliche Wahrnehmung von Religion, sie entwickeln das ‚Bild‘ von Religion und religiöser Praxis in der Öffentlichkeit mit. Auch auf der Plattform Instagram, welche die Entwicklung digitaler visueller Kultu- ren seit ihrer Gründung 2010 intensiv prägt (Leaver u. a. 2020), begegnen Praktiken religiöser Selbsterzählungen und Inszenierungen. Wie andern- orts im Internet haben sich auch hier in den vergangenen Jahren religiöse Nischen gebildet, die die ‚platform vernaculars‘ (Gibbs u. a. 2015), d. h. die plattformtypischen Dialekte und Praktiken, anwenden und unter anderem mit Strategien des sich auf Instagram maßgeblich entwickelnden Influen- cer-Marketings operieren. Hier hat sich ein eigener Ort religiöser Praxis gebildet, der sich unter den spezifischen Bedingungen der Inter aktion und Kommunikation neu ausprägt. Auch wenn Social Network Sites eher einen Zerrspiegel gesellschaftlicher Wirklichkeit abbilden, als dass die dort auffindbaren Praktiken gleichsam 1:1 auf Gesellschaftsanalyse angewendet werden dürfen, so kann doch die Bedeutung dieser Phänomene für das Verständnis religiösen Wandels sowie die sich in ihnen spiegelnde Veränderung für die ‚gesellschaftliche Konst- ruktion von religiöser Wirklichkeit‘ (Berger/Luckmann 1969) kaum über- schätzt werden. Religionswissenschaftlich liegt bereits eine langjährige Be- schäftigung mit „Digital Religion“ vor (Campbell 2012a; Cheruvallil-Con- tractor/Shakkour 2015; Campbell/Garner 2016), und zukunftsorientierte Forschungsfelder setzen bei Kernpunkten religiösen Selbstverständnisses von Individuen an, die mit den Begriffen Ritual, Identität, Gemeinschaft, Autorität, Authentizität und Religion konturiert werden können (Campbell 2012b, 12–16). Doch konfessionelle mediale Inszenierungen im christli- chen Kontext, die damit verbundenen individuellen Praktiken und institu- tionellen Konsequenzen werden in Theologie und Religionspädagogik bis- lang wenig beachtet. Religionsbezogene Forschung zu Instagram begleitet bislang vorrangig die individuelle Bildpraxis von Musliminnen (Frissen u. a. 2017; Kavakci/Kraeplin 2017; Baulch/Pramiyanti 2018; Boy u. a. 2018; Nisa 2018); eine Studie analysiert den höchst unterschiedlich verwendeten Die Bedeutung der Praktiken auf Social Network Sites für das Verständnis religiösen Wandels ist kaum zu überschätzen.
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Limina Grazer theologische Perspektiven, Band 3:2
Titel
Limina
Untertitel
Grazer theologische Perspektiven
Band
3:2
Herausgeber
Karl Franzens University Graz
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 4.0
Abmessungen
21.4 x 30.1 cm
Seiten
270
Kategorien
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