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LIMINA - Grazer theologische Perspektiven
Limina - Grazer theologische Perspektiven, Band 3:2
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202 | www.limina-graz.eu Viera Pirker | „#monthoftherosary“. Theologische Rekonstruktion zu einem Instagram Image Die szenische Choreografie (Abb. 4) gestaltet sich innerhalb des rechtwink- ligen Aufbaus des Bildes spannungsvoll: Die Schaukelsessel bilden jeweils spiegelverkehrte Dreiecksformen, in denen die Haare der beiden Frauen ovale Formen erzeugen. Das Bild gewinnt dadurch zwei Mittelpunkte, die genau aufeinander bezogen und ausbalanciert sind. Zwischen den gefüll- ten Formen entsteht mittig ein leerer Raum, der ebenfalls in einem Drei- eck strukturiert ist. In der quadratischen Ansicht des Bildes im Instagram Grid dominiert dieser mittige, leere Raum das Bild noch stärker als in der hier analysierten rechteckigen Variante. Die emporstrebenden Dreiecke der Schaukeln könnten die Arme oder Beine der Frauen verbergen. Die Schär- fe/Unschärfe-Relation unterscheidet klar zwischen Bildvordergrund, in dem die Struktur der Haare beider Personen scharf hervorgehoben ist, und einem eher verschwommenen Bildhintergrund. Die Schärfe des Vorder- grunds lässt darauf schließen, dass die Schaukelsitze ruhig hängen, nicht in Bewegung sind. Text im Bild ist in diesem Bild nicht vorhanden und muss daher nicht analysiert werden. Zwei Zitate aus Interpretationsgesprächen entwickeln die ersten Linien der ikonologisch-ikonischen Interpretation. Eine Studentin (23 J., weiblich) findet das Bild sehr ansprechend, auch da sie sich damit persönlich iden- tifizieren kann. „Vielleicht, meine beste Freundin ist blond, ich bin brü- nett, vielleicht ist es auch deswegen ansprechend, auch weil wir gern Bilder machen.“ Die Rückenansicht enthebt das Bild einerseits der Personifizie- rung und verstärkt somit andererseits die Möglichkeit, dass sich die Be- trachtenden selbst mit den Personen identifizieren. Wahrnehmbar ist eine besondere Situation der Bildproduktion, die intentional gedeutet werden kann: „Es ist schön, wir wollen zeigen, dass es uns gut geht, und wir setzen uns deshalb hier hin und machen das Bild.“ Weiters werden Urlaub, Rei- se und ein Ferienhaus assoziiert. Die klare Planimetrie, die zurückhalten- de Farbgebung, die weitgehend parallel aufgebaute szenische Choreografie heben die äußere Balance des Bildes hervor, die auf eine innere Balance der beiden Frauen übertragen wird. Zwei erwachsene, gepflegte weiße Frauen befinden sich, rundum abgegrenzt von der Umwelt, miteinander in ruhi- gem Kontakt. Das Bild transportiert auf den ersten Blick Entspannung und Freundschaft. Die Urlaubsassoziation folgt diesem Gefühl, doch angesichts des nicht sehr gewinnend gestalteten Hintergrunds legt sich eher eine All- tagssituation nahe. Die ersten Linien der ikonologisch-ikonischen Interpretation
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Limina Grazer theologische Perspektiven, Band 3:2
Titel
Limina
Untertitel
Grazer theologische Perspektiven
Band
3:2
Herausgeber
Karl Franzens University Graz
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 4.0
Abmessungen
21.4 x 30.1 cm
Seiten
270
Kategorien
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