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-f. Die Musik
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Paris tomomw' They are telüng us how to QCI when
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Nb. öj. Wiederum genaue Synchronisation \on Handlung und Musik
Dies geschieht perfekt auf den Satz von Ilsa angepasst, der Zuhörer nimmt keinen Bruch
wahr, sehr wohl jedoch einen ^fechsel in der Textur. Die Musik wird treibender, dra-
matischer, erscheint als logische Folge des Deutschlandmotivs. In dem Stück Instruc-
tiüns greift Steiner den aufwärts geführten Halbtonschritt auf, der charakteristisch für
die Themenvariation ist (von Takt i nach Takt 2 des Deutschlxndkedes). Rhythmisch um
ein Viertel von der Begleitung verschoben, wird die Melodie viermal chromatisch nach
oben gefuhrt. Im vierten Takt nimmt die Melodie quasi einen Halbton nach unten An-
lauf* um danach in einer Passage in A-Dur das Motiv von As Time Gots By vorzuberei-
ten> das zwei Takte später folgen wird. Die harmonische Kolorierung wechselt von den
düster wirkenden verminderten Akkorden zu Mollakkorden, die, dem Gestaltungsprin-
zip der Melodie folgend, in Halbtonschritten nach oben verschoben werden, und zwar
c-Moll, cis-Moll, d-Moll, es-Moll. Nachdem die Bassstimme in einem anderen harmoni-
schen Rhythmus geführt wird> ergeben sich ständig changierende Spannungsverhältnisse
zwischen Melodie, Harmonie und Bass. So bringt Steiner in Takt 33; der chromatischen
Linie der Bassstirnrne folgend, nach Aund B das Ces. Darüber liegt der Akkord es-Moll.
Dieser Mollakkord ist also über seiner kleinen Mollsexte, dem Ces, aufgebaut. Nachdem
die Bassstimme dann den umgekehrten "Weg nimmt, enthält dieser Mollakkord an dieser
Stelle seine Quint als Basston. Steiner greift dann das Ces auf, diesmal als Harmonie. Da
das B als Basston noch steht» ergibt sich daraus, dass der Akkord ein Ces-Dur über seiner
großen Septim ist. Man sieht an diesen Beispielen den bewussten "Wechsel zwischen har-
monischer Spannung und Entspannung, die sofort wieder in einen Spannungszustand
geführt wird. Steiner deutet den Ces-Dur-Akkord im Folgetakt enharmonisch in einen
H-Dur-Akkord um, die Akzidenzien wechseln also von b-Vorzeichen zu ^-Vorzeichen.
"••Kenn man die harmonischen und farblichen Helligkeitsstufen betrachtet, erkennt man
eine wohldurchdachte harmonische Dramaturgie: in kleinen Terzen aufwärts geführte
verminderte Akkorde, das Gleiche noch einmal, nur einen Ganzton höher. Dann auf-
wärts geführte Mollakkorde (dies ergibt eine Helligkeitszunahme, da sich die Struktur
Der Filmkomponist Max Steiner
1888 - 1971
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Titel
- Der Filmkomponist Max Steiner
- Untertitel
- 1888 - 1971
- Autor
- Peter Wegele
- Ort
- Wien
- Datum
- 2012
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 302
- Schlagwörter
- Film Music, Biography, Cinema, Musical science, Musicology, History of Music
- Kategorie
- Biographien